Zum Tod des Berliner Galeristen Klaus Märtens: Realismus als Lebenswerk
Berliner Galerist Klaus Märtens gestorben

Der Berliner Galerist Klaus Märtens, der über Jahrzehnte den Realismus in Malerei und Skulptur förderte, ist am 28. Juni im Alter von 89 Jahren in Berlin gestorben. Kurz vor dem 50-jährigen Jubiläum seiner Galerie Taube musste er aufgeben.

Ein Leben für die figurative Kunst

Märtens eröffnete 1973 die Galerie Taube in Berlin und setzte sich konsequent für realistische Kunst ein. Zu seinen Künstlern zählten Rudi Lesser, Klaus Jurgeit, Wladimir Krawtschenko und Peter Hahlbrock. Dessen Frau, die US-amerikanische Künstlerin Mara Hahlbrock, hatte das Ladenlokal entdeckt. In den 1970er Jahren war figurative Malerei noch präsent, doch mit dem Aufkommen von Abstraktion und Konzeptkunst verteidigte Märtens unbeirrt seine Position.

Corona-Pandemie als Wendepunkt

Die Corona-Pandemie und gesundheitliche Probleme zwangen Märtens zur Aufgabe seiner Galerie. Eine geplante Jubiläumsausstellung zum 50-jährigen Bestehen fand nicht mehr in den eigenen Räumen in Wilmersdorf statt. Die letzte große Schau ermöglichten ihm im Herbst 2023 die Galeristen Andreas Wolf und Archi Galentz in ihren Pankower Räumen. Dort wurden Bilder und Skulpturen aus seinem Programm gezeigt, die seinen Fokus auf das Abbildhafte unterstrichen.

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Die Taube als Symbol

Die Taube als Emblem der Galerie war bewusst gewählt: ein in der Tradition verankertes, oft unterschätztes Geschöpf. Märtens gab zu jeder Ausstellung einen Katalog heraus. Viele Künstler widmeten ihm Werke mit Taubenmotiven. Sein Gespür für originäre Positionen machte ihn zum Förderer künftiger Stars, wie des chinesischen Malers Liu Ye, der heute von der New Yorker Galerie David Zwirner vertreten wird.

Märtens, 1937 in Pommern geboren, lebte für die Kunst und blieb stets unbeirrbar. Mit ihm verliert Berlin einen Galeristen, der den Realismus in der Hauptstadt verankerte.

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