Berlin. Die Foo Fighters haben am Mittwochabend im Berliner Olympiastadion ein Konzert gegeben, das trotz einer Unwetterwarnung zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Rund 70.000 Zuschauer erlebten eine Show, die zunächst auf der Kippe stand, dann aber mit voller Energie und Pyrotechnik startete.
Unwetterwarnung verzögert den Start
Kurz vor dem geplanten Beginn um 18:30 Uhr wurden alle Besucher im Innenraum aufgefordert, sich auf die Tribünen zu begeben, da eine Gewitterzelle auf das Stadion zurollte. Die Räumung verlief diszipliniert und reibungslos. Das Equipment der Band wurde mit Planen geschützt, und die Veranstalter prüften, ob der Auftritt stattfinden könne. Nach etwa einer halben Stunde gab die Stadionleitung Entwarnung: Der Sturm habe sich abgeschwächt, es sei nur noch Regen zu erwarten. Der Innenraum wurde wieder freigegeben, und die Bühne wurde trockengeschrubbt.
Pyrotechnik und Stadionhits
Der Konzertbeginn verzögerte sich um rund 40 Minuten. Dann tauchte eine dichte rote Nebelwand die Bühne ein, und Pyrotechnik markierte den Start. Sänger Dave Grohl brüllte mehrfach „Are you ready?“ und heizte dem Publikum ein. Die Band spielte stadiontaugliche Hits wie „My Hero“ und „Learn to Fly“, bei denen Grohl die Menge zum Mitsingen animierte. „Heute ist das größte Deutschlandkonzert der Foo Fighters in 31 Jahren“, schwärmte Grohl. „Amazing, unbelievable!“
Musikgeschichtsstunde mit Coverversionen
Grohl nutzte die Vorstellung der Band für eine „kleine Musikgeschichtsstunde“. Da alle Foo Fighter ein musikalisches Vorleben haben, spielte die Band kurze Ausschnitte von Songs früherer Gruppen, darunter No Use For A Name und The Germs. Dabei tauschte Grohl kurz die Plätze mit dem neuen Drummer Ilan Rubin, der zuvor bei Nine Inch Nails spielte. Ein besonderer Moment war das Cover von „The Ace of Spades“ von Motörhead, das Grohl dem verstorbenen Lemmy widmete. „Vielleicht hat Lemmy da oben mit Kurt Cobain und Taylor Hawkins eine Supergroup gegründet“, scherzte er.
Debütalbum und Fans der ersten Stunde
Besonders die älteren Fans freuten sich über „This is a Call“ vom ersten Foo Fighters-Album von 1995, das ein Jahr nach dem Tod von Kurt Cobain aufgenommen wurde und noch stark an Nirvana erinnerte. Seither hat sich Grohl mit der Band dem Rock-Mainstream angenähert, ist aber ein grundsympathischer Musikliebhaber geblieben. Das Konzert endete nach über zwei Stunden mit einem Feuerwerk und tosendem Applaus.



