Polizeioberkommissarin Stephanie Königs aus Neuss ist die erste Deutsche, die den Titel „United Nations Woman Police Officer of the Year“ erhalten hat. UN-Generalsekretär António Guterres überreichte der 31-Jährigen die Auszeichnung am 5. Juni im UN-Hauptquartier in New York. „Ich wusste zwar von meiner Nominierung, war aber trotzdem überrascht. Es ist eine totale Ehre“, sagte Königs gegenüber BILD.
Einsatz im Südsudan mit 26-köpfigem Team
Königs verdiente sich die Auszeichnung während ihres Einsatzes bei der UN-Mission UNMISS im Südsudan. Von September 2024 bis März 2026 leitete sie ein 26-köpfiges Team, das aus Polizisten aus mehr als 30 Nationen bestand. Die Arbeitssprache war Englisch. NRW-Innenminister Herbert Reul lobte ihren Mut, ihr Fingerspitzengefühl und ihr Engagement: „Ein echtes Aushängeschild unserer Polizei.“
Patrouillen in Flüchtlingscamps unter extremen Bedingungen
Ihre Patrouillen führten regelmäßig zu Flüchtlingscamps in der Hauptstadt Juba und kleineren Camps im Umland, oft mit Militärunterstützung. Die Menschen dort wurden durch Kriege vertrieben oder flohen vor Naturkatastrophen. Die Lebensbedingungen sind extrem: Die Menschen hausen unter Plastikplanen, Straßen gibt es kaum. „Das sind zwei komplett unterschiedliche Welten“, sagte Königs über den Vergleich mit ihrem Dienst in Grevenbroich. „Im Südsudan haben wir keine exekutiven Befugnisse.“ Dort gehe es vor allem um den Kontakt zur Bevölkerung und die Einschätzung der Sicherheitslage.
Malaria-Erkrankung und kulturelle Erfahrungen
Ein extremer Unterschied der zwei Welten ist für Königs das Wetter: „Ein halbes Jahr ist dort Trockenzeit, die andere Hälfte fällt Regen. Auch bei 40 Grad.“ Lange Kleidung ist trotzdem Pflicht – zum Schutz vor Mücken wegen Malaria. Doch auch die Polizistin erwischt es: „Es war etwa zur Hälfte meiner Zeit dort. Ich hatte zum Glück einen milden Verlauf.“ Aus dem Einsatz nimmt sie vor allem Erfahrungen im Umgang mit den Menschen mit. Ob in Deutschland oder Afrika – „wir sind uns doch alle sehr ähnlich“, so die Polizistin, die auch Geduld gelernt habe. „Wenn man dranbleibt, lösen sich Probleme mit der Zeit.“
Rückkehr nach Grevenbroich und nächster Einsatz
Der Südsudan war bereits ihr zweiter Auslandseinsatz. Zuvor war sie für eine EU-Beobachtermission in Georgien. Jetzt geht sie wieder auf Streife in Grevenbroich (NRW) und kümmert sich um Verkehrsunfälle oder Gewaltdelikte. „Es ist schön, wieder zu Hause zu sein – bei der Familie, Freunden und im eigenen Bett“, sagte Königs.



