Wolfskot nahe Weide: Trockenheit macht Schäfer mehr Sorgen als Wölfe
Trockenheit bereitet Schäfer mehr Sorgen als Wölfe

Oliver Barf vom Milchschafhof „Am Fuchsberg“ in Schönhausen freut sich über eine „super Lammzeit mit vielen Drillingen“. Die Muttertiere und Lämmer sind wohlauf. „Wir freuen uns immer, wenn alle kräftig und gesund sind.“ Dennoch bereitet dem Biobauern der wolkenlose Himmel Sorgen – ein Bild, das sich seit Jahresbeginn seiner Ansicht nach zu oft gezeigt hat.

Kaum Niederschlag seit Januar

„Seit Januar hatten wir keine nennenswerten Niederschläge. Wir hatten diese Eisdecke, dann war kurz alles überflutet – und das war’s“, resümiert Oliver Barf. Im Raum Neustrelitz hatte es am 19. April einen Tag lang fast durchgeregnet, mit bis zu 72 Litern pro Quadratmeter. Bei ihm in der Woldegker Gegend sei davon jedoch kaum etwas angekommen, gerade einmal zwölf Liter, wie er sagt. „Danach kam nichts mehr.“

Wenn es jetzt wärmer wird und dazu noch windig, „dann haben wir hier schnell wieder apokalyptische Zustände“. Erste Sandstürme habe es bereits gegeben. Die schrumpfenden Futterreserven für seine Schafe gehen ihm jedenfalls nicht aus dem Kopf.

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Gras wächst schlecht

„Das erste Drittel des Jahres ist rum, und wir leben noch von den Winterreserven vom letzten Sommer.“ Das Gras wachse viel zu langsam, auch weil die Nachttemperaturen zuletzt kaum die 5-Grad-Grenze überschritten. Schon jetzt zeichneten sich beim Grünland 30 bis 40 Prozent Ernteverlust ab.

Positive Nachrichten von der Wolfsfront

Positive Nachrichten gebe es hingegen von der Wolfsfront – nämlich gar keine. Er habe bislang keinen einzigen Riss zu verzeichnen, obwohl sich in unmittelbarer Nachbarschaft seiner Klepelshagener Herde ein neues Paar angesiedelt habe. Eines Morgens habe er frischen Wolfskot direkt neben der Koppel gefunden. „Die haben ihr Revier markiert.“ Seine Herdenschutzhunde vor Ort seien an diesem Tag „super nervös“ gewesen, hätten nicht gefressen, stattdessen Richtung Wald geschaut.

Die Kombination aus Wolfsschutzzaun und Hunden funktioniere anscheinend bei ihm, zumindest bisher. Sicher sein könne man nie. Er hoffe, dass die Klepelshagener Wölfe und Hunde in friedlicher Koexistenz leben lernen. Wenn Wölfe wie Hunde den Weidezaun als ihre jeweilige Reviergrenze akzeptieren und eventueller Wolfsnachwuchs mit dieser Grenze aufwächst und nichts anderes kennt, könne es funktionieren.

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