KI-Festival in Rostocker Kirche: Algorithmus statt Altar?
KI-Festival in Rostocker Kirche: Algorithmus statt Altar?

„Yes, we can“ – mit diesem Slogan gewann der frühere US-Präsident Barack Obama weltweit Aufmerksamkeit. „Yes, AI can“ – so heißt das Festival, das vom 7. bis 10. Mai die Rostocker Nikolaikirche in einen Resonanzraum für digitale Kunst und Künstliche Intelligenz verwandelt. Nach Angaben der Veranstalter ist es das erste Festival in Mecklenburg-Vorpommern, das Kunst und KI bündelt. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

Ein Programm für Geist und Körper

Die Eröffnung soll am 7. Mai die bekannte Klimaschutz-Aktivistin Theresia Crone leiten, die inzwischen auch zu sexualisierten Deepfake-Videos klar Stellung bezieht. Sie spricht mit dem KI-Berater Max Mundhenke zu „Deepfakes, Manipulation, Kreativität – was bedeutet es, wenn Maschinen Bilder, Texte und ganze Welten erzeugen?“

Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Judith Simon, klärt zudem auf, was passiert, wenn Algorithmen über Bewerbungen, Kredite und Strafmaße entscheiden. Der Soziologe Dirk Baecker wird schließlich erläutern, wieso KI nicht nur ein Werkzeug ist, sondern Gesellschaften radikal verändert.

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25 Künstler zeigen ihre Arbeiten

Doch es wird nicht nur diskutiert: 25 internationale Künstler zeigen während der vier Tage in der Nikolaikirche Installationen, audiovisuelle Arbeiten und KI-generierte Kunst. Die Arbeiten fragen laut Veranstalter, was KI mit Wahrnehmung, Körper und Gesellschaft macht.

Ein besonderer Höhepunkt dürfte am Freitagabend der „Circuits & Skin“ des Künstlerinnen-Duos Apex Anima & Frznte sein: ein Pole Dance im Kirchenschiff, live mit elektronischer Musik und visueller Kunst.

Zum Schluss gibt es den kirchlichen Segen

Am Sonntag, 10. Mai, feiert der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, an gleicher Stelle dann eine Art Abschlussgottesdienst für das Festival.

Veranstaltet wird „Yes AI can“ von projekte.art e.V. in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle und dem Volkstheater Rostock. Das Festival ist als wiederkehrendes Format für Rostock konzipiert und möchte digitale Kunst im Stadtraum sichtbar machen.

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