Schwester Josefine, seit Weihnachten 2024 auf TikTok aktiv, hat bereits knapp 55.000 Follower. Einige ihrer Videos wurden millionenfach geklickt. Während die katholische Kirche mit sinkenden Mitgliederzahlen kämpft, nutzt die Ordensfrau die Plattform, um Einblicke in ihr Leben zu geben und politische Akzente zu setzen.
Exotisches Klosterleben im digitalen Zeitalter
„Erst einmal bilde ich etwas sehr Exotisches ab“, erklärt Schwester Josefine im Gespräch. „Viele haben noch nie in ihrem Leben eine Nonne gesehen, und wenn, dann nur in einem Horrorfilm.“ Sie werde regelmäßig gefragt, ob sie eine muslimisch gläubige Frau sei. Sobald die Zuschauer verstehen, dass sie zur katholischen Kirche gehört, sei ihr Vorteil, dass sie nicht direkt mit Missbrauchsfällen in Verbindung gebracht werde, wie es sonst oft der Fall sei.
Gegen AfD und Patriarchat
Die Influencerin nutzt ihre Reichweite bewusst, um politische Botschaften zu verbreiten. „Ich möchte der AfD und dem Patriarchat etwas entgegensetzen“, betont sie. Ihre Videos thematisieren nicht nur den Alltag im Kloster, sondern auch gesellschaftliche Debatten. Dabei zeigt sie sich als moderne Ordensfrau, die Tradition und Digitalisierung verbindet.
Jesus als Vorbild für Social Media
Auf die Frage, ob Jesus heute TikTok nutzen würde, antwortet Schwester Josefine klar: „Jesus hätte einen TikTok-Kanal gehabt.“ Sie sieht Parallelen zwischen seiner Botschaft und der heutigen Nutzung sozialer Medien, um Menschen zu erreichen und zu inspirieren. Ihr Kanal ist ein Beispiel dafür, wie Kirche und moderne Kommunikation zusammengehen können.



