Zerschlagung von EasyJet bedroht BER: Ticketpreise könnten steigen
EasyJet-Zerschlagung bedroht BER: Ticketpreise steigen

Berlin bangt um die Zukunft von EasyJet. Eine brutale Übernahmeschlacht um den britischen Billigflieger ist entbrannt. Das schlimmste Szenario: US-Finanzinvestor Castlelake könnte die Airline nach einer möglichen Übernahme zerschlagen und in Einzelteilen weiterverkaufen. Für den Hauptstadtflughafen BER hätte das fatale Folgen. Nicht nur das Angebot an Flügen würde für Hauptstädter weiter schrumpfen, auch die Tickets wären bald noch teurer.

BER ist auf EasyJet angewiesen

Der Hauptstadtflughafen wird von der Lufthansa kaum angeflogen, liegt wegen hoher Kosten im Dauer-Clinch mit Ryanair und ist dringend auf die EasyJet-Verbindungen angewiesen. EasyJet-Manager Stephan Erler erklärte: „Von den etwa fünf Millionen Passagieren pro Jahr im deutschen Markt fliegen bis zu 4,2 Millionen Fluggäste von und nach Berlin.“ EasyJet ist nach Ryanair die zweitgrößte Low-Cost-Fluggesellschaft in Europa.

EU-Kartellbehörde warnt vor Folgen

„Jeder elfte Sitzplatz auf innereuropäischen Flügen wird derzeit von EasyJet angeboten“, sagte ein Brüsseler Beamter der EU-Kartellbehörde dem italienischen „Corriere della Sera“. Seine Sorge: „Sollte die Billigfluggesellschaft ihren Betrieb einstellen, weil die neuen Eigentümer den Einzelverkauf der Vermögenswerte attraktiver finden, stünden den EU-Bürgern deutlich weniger Optionen und Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Dies hätte auch negative Auswirkungen auf die Flugpreise, die erheblich steigen würden.“

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Britische Regierung fordert Garantien

Noch größer sind die Bedenken in der britischen Regierung, da der Marktanteil dort bei einem Fünftel liegt. Ein Sprecher: „Wir wollen eine schriftliche Garantie, dass es nicht zu einer Zerschlagung kommt.“ Die Entscheidung fällt am 5. Juli, wenn nach einem Blick in die Bücher das finale Angebot erwartet wird. Die Krux: Weil der Flugverkehr überraschend schnell nach Corona zulegte, gibt es bei den Herstellern Kapazitätsengpässe. EasyJet verfügt über eine Flotte mit einem Buchwert von fast sechs Milliarden Euro, hinzu kommen an die 300 vorbestellte Jets. Deshalb wäre ein getrennter Verkauf von Flotte und Landerechten aus Investorensicht womöglich lukrativer als eine Aufrechterhaltung des Flugbetriebs. Jubeln könnten dann nur die Aktionäre: Allein im vergangenen Monat ist der Aktienkurs um fast ein Drittel nach oben geknallt.

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