Christian Neureuther spricht offen über den Verlust seiner großen Liebe
Drei Jahre nach dem Tod seiner Ehefrau Rosi Mittermaier öffnet sich der ehemalige Weltklasse-Skifahrer Christian Neureuther in einer bewegenden ZDF-Dokumentation. In „Terra Xplore“, die am 12. April um 17.15 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt wird, spricht der 76-Jährige gemeinsam mit seinem Sohn Felix Neureuther über den Umgang mit der tiefen Trauer und die Rolle als Vater in dieser schweren Zeit.
„Ich muss Schmerz aushalten“
Christian Neureuther beschreibt seinen persönlichen Weg durch die Trauer mit eindringlichen Worten: „Wir sind auch nicht anders, als alle anderen Familien. Aber ich habe eins gelernt, und das ist, dass ich Schmerz aushalten muss. Und dass ich andere mit meinen Gefühlen nicht herunterziehen will.“ Der ehemalige Skistar betont dabei die besondere Verbindung zu seinem Sohn Felix, bei dem er Trost finden kann: „Ich kann bei ihm weinen.“
Doch nicht alle Ängste teilt der sensible Vater mit seiner Familie. Er gesteht: „Ich bin extrem sensibel – das ist furchtbar, leidend. Ich schlafe nächtelang nicht, weil ich mir Sorgen mache.“ Mit einem Blick zu seinem Sohn stellt er die rhetorische Frage: „Aber warum soll ich das weitergeben?“
Das Vermächtnis der Ski-Legende Rosi Mittermaier
Rosi Mittermaier, die am 4. Januar 2023 im Alter von 72 Jahren nach einer schweren Krebserkrankung im Kreise ihrer Familie verstarb, hinterlässt als Sportikone eine unvergessliche Spur. Die „Gold-Rosi“ gewann 1976 bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck Goldmedaillen in der Abfahrt und im Slalom sowie Silber im Riesenslalom. Ihre Erfolge machten sie zur gefeierten Identifikationsfigur des deutschen Skisports.
Christian Neureuther, der in den 1970er Jahren zu den weltbesten Slalomläufern zählte, heiratete Rosi Mittermaier im Jahr 1980. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Sohn Felix Neureuther (42), der selbst als Ski-Legende in die Fußstapfen seiner Eltern trat, und Tochter Ameli Neureuther (44), die als Modedesignerin arbeitet.
Vater und Sohn als gegenseitige Stütze
In der ZDF-Doku zeigt sich die tiefe Verbindung zwischen Christian und Felix Neureuther. Der erfolgreichste deutsche Skirennläufer mit 13 Weltcup-Siegen und fünf WM-Medaillen spricht über seinen eigenen Umgang mit Emotionen als Vater von vier Kindern: „Ich versuche da, relativ hart zu sein. Vor den Kindern weinen, nein. Warum soll ich die Kinder in etwas hereinziehen? Die sollen sehen, dass es dem Papa gut geht.“ Gleichzeitig lässt er Raum für Entwicklung: „Die sind auch noch zu klein, vielleicht ändert sich das ja später noch.“
Christian Neureuther reflektiert über die Erziehung seines Sohnes und betont einen wichtigen Grundsatz: „Es hat nicht einen Moment gegeben, wo ich zum Skifahren gedrängt worden bin.“ In Bezug auf Felix‘ Karriere fügt er hinzu: „Ich denke mir immer, du darfst die Kinder nicht einengen.“
Die offenen Gespräche zwischen Vater und Sohn zeigen nicht nur den professionellen Respekt zweier Ski-Größen, sondern vor allem die emotionale Stärke einer Familie, die gemeinsam den Verlust einer geliebten Person bewältigt. Die Dokumentation bietet intime Einblicke in das private Leben der Neureuthers und zeigt, wie Sportlegenden auch mit ganz menschlichen Herausforderungen umgehen.



