Hertha BSC bleibt für Unruhe gut. Bei der Mitgliederversammlung des Hauptstadtclubs kam es zu einer überraschenden Abwahl der langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Torsten-Jörn Klein und Scott Körber. Die beiden wurden für ihre Amtszeit in den desaströsen Jahren unter Ex-Investor Lars Windhorst abgestraft. Einzig Ex-Profi Andreas Schmidt wurde im Amt bestätigt. Die neuen Kontrolleure sind Tim Kauermann, Niklas Rotter, Schmidt und Rebecca Zenner.
Präsident Drescher fordert Konsequenzen
Vereinspräsident Fabian Drescher zog in seiner Rede eine ernüchternde Saisonbilanz. „Sie war aus unserer Sicht unbefriedigend“, sagte der 43-Jährige. Man sei den eigenen Ambitionen „hinterhergelaufen“. Besonders die Heimspiele hätten „einiges zu wünschen übriggelassen“. Drescher forderte klare Konsequenzen von Trainer Stefan Leitl und Sportdirektor Benjamin Weber.
Kapitän Reese entschuldigt sich bei Mitgliedern
Kapitän Fabian Reese sprach vor rund 1.000 Mitgliedern im City Cube und entschuldigte sich fast für die sportlichen Enttäuschungen. „Ich möchte mich im Namen der Mannschaft für die Unterstützung bedanken. Ich glaube, ihr und wir haben uns das anders vorgestellt“, sagte Reese. Die Mitglieder quittierten dies mit verhaltenem Applaus.
Die Saison war geprägt von zu wenig Geld, Glück und Erfolg. Der Aufstieg in die Bundesliga ist praktisch unmöglich. Ein Zukunftsplan soll realistische Ziele definieren, abhängig von der finanziellen Lage. Leistungsträger wie Kennet Eichhorn oder Tjark Ernst könnten im Sommer verkauft werden.
Reese selbst ließ seine Zukunft offen: „Ich bin tierisch enttäuscht. Was im Sommer passiert, müssen wir schauen.“ Die Niederlage gegen Holstein Kiel war der Tiefpunkt einer Saison voller verpasster Chancen und mangelnder Effizienz.



