Hamburgs Olympiahoffnung: Erfolg der Konkurrenz als Motivation für das eigene Referendum
Die Hamburger Olympiakampagne hat in den letzten Wochen mit erheblichen Zweifeln zu kämpfen gehabt, doch ausgerechnet die Erfolge der Konkurrenzstädte wecken nun neue Hoffnung in der Hansestadt. Christoph Holstein, Hamburgs Sport-Staatsrat von der SPD, äußerte sich gegenüber dem SID optimistisch und sieht in der positiven Resonanz auf andere Bewerbungen eine Chance für Hamburgs eigene Ambitionen.
Konkurrenzerfolge als Motivationsschub
„Wenn alle anderen Städte überzeugt sind, dass wir etwas von Olympischen Spielen haben, dann bin ich sicher, dass wir diesen Move hier auch noch reinkriegen“, erklärte Holstein mit Blick auf das erfolgreiche Referendum in Köln/Rhein-Ruhr. Diese Aussage unterstreicht den veränderten Blickwinkel der Hamburger Verantwortlichen, die nun die Erfolge anderer Bewerber als Ermutigung für die eigene Kampagne interpretieren.
Holstein betonte die Bedeutung der kommenden Wochen: „Das ist unsere Aufgabe der nächsten Wochen: zu erläutern, dass es nicht nur ein faszinierendes Sportfest ist, bei dem die ganze Welt zusammenkommt, sondern auch etwas, das sich langfristig positiv auf die Stadt auswirkt.“ Diese Aussage machte er anlässlich der Auftaktpressekonferenz zum ATP-Tennisturnier in Hamburg, wo die Olympiakampagne ebenfalls präsent sein wird.
Umfrageergebnisse als Herausforderung
Die jüngsten Umfragedaten stellen die Hamburger Bewerbung vor erhebliche Herausforderungen. Eine von Infratest dimap im Auftrag des NDR durchgeführte Umfrage ergab keine Mehrheit für Olympische Spiele in der Hansestadt. Konkret bewerteten 50 Prozent der Befragten eine Hamburger Bewerbung als „eher schlecht“, während nur 41 Prozent sie als „eher gut“ einstuften.
Im direkten Vergleich zu den Konkurrenzstädten fällt dieser Wert besonders deutlich aus: In München erreichte die Zustimmung bei einem Bürgerentscheid 66,4 Prozent, in den NRW-Kommunen sogar 66,0 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen den Nachholbedarf, den Hamburg in der öffentlichen Meinung hat.
Endspurt vor dem Referendum
Für die Verantwortlichen in Hamburg beginnt nun der entscheidende Endspurt vor dem Referendum am 31. Mai. Die Olympiakampagne soll in den kommenden Wochen bei verschiedenen Sportveranstaltungen präsent sein, darunter beim ATP-Turnier in Hamburg und anderen Events. „Wir werden alle Sportveranstaltungen nutzen, um zu informieren, deswegen sind wir auch am Rothenbaum“, erläuterte Holstein die Strategie.
Der Sport-Staatsrat betonte die Bedeutung emotionaler Momente: „Über diese Emotionalität am Rande von Sportveranstaltungen können wir das besonders gut hinbekommen.“ Diese Herangehensweise soll die Bevölkerung von den Vorteilen Olympischer Spiele überzeugen, die nach Holsteins Worten „die Stadt weiterbringen“ könnten.
Nationales Auswahlverfahren
Das Referendum Ende Mai ist von entscheidender Bedeutung für Hamburgs weitere Olympiapläne. Holstein betonte die Wichtigkeit eines guten Ergebnisses: „damit wir selbstbewusst in dieses nationale Verfahren reingehen können.“ Neben Hamburg befinden sich auch Köln/Rhein-Ruhr, München und Berlin im nationalen Rennen um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September in Baden-Baden entscheiden, mit welcher Stadt sich Deutschland beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bewerben wird. Diese Entscheidung markiert den nächsten wichtigen Meilenstein im mehrstufigen Bewerbungsprozess.
Die Hamburger Kampagne steht somit vor einer doppelten Herausforderung: Zunächst muss die Bevölkerung der Hansestadt im Referendum überzeugt werden, anschließend gilt es, sich im nationalen Wettbewerb gegen die anderen deutschen Bewerberstädte durchzusetzen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Hamburg tatsächlich „diesen Move reinkriegen“ kann, wie Holstein es formulierte.



