Speedway-Ass Fredrik Lindgren erfüllt langjähriges Versprechen in Güstrow
Der schwedische Grand-Prix-Pilot Fredrik Lindgren steht am Sonnabend, dem 4. April, im Fahrerfeld des 29. Internationalen Speedway-Osterpokals im Güstrower Speedwaystadion. Seine kurzfristige Zusage hat einen besonderen Hintergrund, der mehrere Jahre zurückreicht und nun endlich eingelöst wird.
Vom Zuschauer zum Topfavoriten: Eine besondere Geschichte
Güstrows MC-Pressesprecher Gunnar Mörke erinnert sich an die ungewöhnliche Begebenheit: „Der Schwede tauchte mal in Güstrow bei einem Rennen als Zuschauer auf, weil er auf dem Weg zwischen zwei Meetings einfach Zeit und natürlich von dem besonderen Oval gehört hatte.“ Damals waren jedoch bereits alle Startplätze vergeben, sodass Lindgren nicht teilnehmen konnte. Der heute 40-Jährige nahm dies sportlich, verfolgte das Rennen von der Tribüne aus und gab das Versprechen ab, eines Tages in Güstrow ans Band zu rollen. Am Sonnabend wird dieses Versprechen nach langer Zeit endlich eingelöst.
Lindgren kommt als aktueller Grand-Prix-Fahrer in die Barlachstadt, der am 2. Mai in Landshut in die neue Weltmeisterschaft startet. Seine beeindruckende Karriere umfasst:
- Vierter Platz im Vorjahr
- Bronzene Ränge 2018, 2020 und ein Jahr davor
- Vize-Weltmeistertitel im Jahr 2023
- 185 Starts bei Weltmeisterschaften
- 60 Finalteilnahmen und sieben Grand-Prix-Siege
- Fünf nationale Meistertitel in Schweden
Internationales Fahrerfeld mit starker schwedischer Präsenz
Mit Jakob Thorssell, der ebenfalls kurzfristig das Feld komplettierte, bringt Lindgren einen Landsmann nach Güstrow, der zweimal schwedischer Meister wurde. Thorssell kennt die Bahn bereits aus früheren Besuchen und steht in diesem Jahr als Grand-Prix-Nachrücker bereit, nachdem er 2025 knapp die WM-Qualifikation verpasste.
Ein weiterer Schwede im Feld ist der Finne Timo Lahti, der seit dem vorigen Jahr mit einer schwedischen Lizenz fährt. Lahti hat bereits fünf Osterpokale gewonnen und strebt nun seinen sechsten Titel an. Die Konkurrenz ist jedoch stark: Neben den deutschen Spitzenfahrern Norick Blödorn und Erik Riss stellt nun auch Fredrik Lindgren eine ernsthafte Herausforderung dar. Diese Konstellation verspricht den Zuschauern spannende Rennen auf höchstem Niveau.
Tradition des Osterpokals und historische Bedeutung
Die Tradition, mit dem Osterpokal die Speedway-Saison einzuläuten, besteht seit 1992. Der erste Gewinner war der Schwede Conny Ivarsson, der seinen Erfolg 1997 wiederholte. Insgesamt siegten schwedische Fahrer bisher neunmal – mehr als jedes andere Land. Zu den weiteren schwedischen Siegern gehören:
- Björn Gustavsson (1998)
- Tobias Johansson (2003, 2007)
- Peter Karlsson (2004)
- Peter Ljung (2010)
- Timo Lahti (2024, 2025 mit schwedischer Lizenz)
Fredrik Lindgren reiht sich damit in eine illustre Liste von Weltklasse-Fahrern ein, die die besondere Güstrower Speedwaybahn kennenlernen wollten. Bereits 2015 machte die Best-Pairs-Serie in der Barlachstadt Halt – ein großartiges Rennen, bei dem Russland vor Dänemark, Polen und Deutschland siegte. Im USA-Team startete damals der vierfache Weltmeister Greg Hancock, der erklärte: „Es war immer mein Wunsch, auf diesem legendären Oval zu fahren.“
Nachwuchsförderung mit Rookies-Cup
Für den Speedway-Nachwuchs gibt es in der etablierten Juniorenklasse 500R (leistungsreduziert) den Rookies-Cup. Um den Kleinen Osterpokal bewerben sich die deutschen Fahrer Magnus Rau, Joel Schuck, Finn-Elias Kruse, Erik Barth und Louis Marquardt sowie der Pole Tycian Jackowiak und die Dänen Niklas Bager und Emil Kristein Jensen. Damit bietet das Event nicht nur Spitzensport, sondern auch eine Plattform für junge Talente.
Der 29. Internationale Speedway-Osterpokal in Güstrow verspricht somit ein besonderes Ereignis zu werden, bei dem ein langjähriges Versprechen eingelöst wird und die Zuschauer spannende Duelle auf internationalem Niveau erleben können.



