Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Paraguay besiegte das DFB-Team im Elfmeterschießen mit 4:3, nachdem es nach regulärer Spielzeit 1:1 und nach Verlängerung ebenfalls 1:1 gestanden hatte. Damit endet das Turnier für die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann überraschend früh.
Paraguay überrascht mit früher Führung
Die Partie in Boston begann mit einem Schock für die deutsche Elf. Paraguay ging bereits in der ersten Halbzeit durch einen Treffer von Miguel Almirón in Führung. Die Südamerikaner, die in ihrer Vorrundengruppe nur den dritten Platz belegt hatten, zeigten sich defensiv gut organisiert und ließen den deutschen Angreifern wenig Raum. Erst in der 65. Minute gelang Kai Havertz der Ausgleich für Deutschland, der mit einem Kopfball nach einer Flanke von Joshua Kimmich traf.
Verlängerung ohne Entscheidung
In der Verlängerung hatte Deutschland die größere Spielanteile, doch Paraguay verteidigte leidenschaftlich. In der 115. Minute schien Jonathan Tah das vermeintliche 2:1 für Deutschland zu erzielen, nachdem er eine Ecke von David Brown ins Tor köpfte. Der Treffer wurde jedoch nach VAR-Überprüfung wegen eines Fouls von Anton an Torwart Gill aberkannt. Schiedsrichter Jayed entschied auf Foulspiel, was für große Diskussionen sorgte. „Das war eine harte Entscheidung, aber der Schiedsrichter hat es so gesehen“, kommentierte Tah nach dem Spiel.
Elfmeterschießen wird zur Nervenprobe
Im Elfmeterschießen begann Deutschland mit Kai Havertz, der jedoch schwach mit links halbhoch auf die rechte Ecke schoss und an Paraguays Torwart Gill scheiterte. Paraguay übernahm die Führung, doch Joshua Kimmich glich aus. Es folgte ein Wechselbad der Gefühle: Nach Treffern von Jamal Musiala und Nadiem Amiri für Deutschland sowie Mauricio, Gomez und Galarza für Paraguay stand es plötzlich 3:3. Der entscheidende Moment kam, als Manuel Neuer einen Elfmeter von Balbuena hielt und Deutschland die Chance auf den Sieg gab. Doch dann schoss Tah drüber, und Canale verwandelte zum 4:3 für Paraguay. „Wir haben uns das anders vorgestellt. Es ist extrem bitter“, sagte Kapitän Manuel Neuer.
Deutschland scheitert früh
Mit diesem Aus endet die WM für das DFB-Team bereits im Sechzehntelfinale. Die Mannschaft hatte als Gruppensieger der Vorrunde große Hoffnungen geweckt, konnte aber gegen das defensive Paraguay keine Durchschlagskraft entwickeln. „Paraguay hat verdient gewonnen, sie haben gekämpft und alles reingeworfen“, analysierte Bundestrainer Nagelsmann. Die Niederlage wirft Fragen auf, insbesondere nach der Effizienz im Abschluss und der Standardsituationen. Deutschland hatte in der regulären Spielzeit und Verlängerung mehr Ballbesitz, aber zu wenige klare Torchancen.
Reaktionen und Ausblick
Die Enttäuschung bei Spielern und Fans war groß. In Berlin verfolgten Tausende das Spiel auf Public Viewing, wo nach dem entscheidenden Elfmeter Stille einkehrte. „Es fühlt sich an wie ein Albtraum“, sagte ein Fan vor Ort. Für Deutschland beginnt nun die Analyse eines erneuten frühen WM-Aus. Dabei stehen vor allem die Offensivleistung und die mangelnde Kreativität gegen tiefstehende Gegner im Fokus. Die Zukunft der Nationalmannschaft bleibt ungewiss, während Paraguay sich auf das Achtelfinale freut.



