Preußen Münster setzt weiter auf junge Talente: Der Drittliga-Absteiger hat Mittelfeldspieler Wesley Adeh (19) von Werder Bremen ausgeliehen. Der defensive Akteur, der zuvor für Bremens U23 in der Regionalliga spielte, ist bereits der achte externe Neuzugang der Münsteraner. Sechs der Neuen kommen aus unteren Ligen – ein klares Signal für die neue Kaderstrategie.
Junge Talente statt erfahrener Profis
Nur Offensivmann Ryan Johansson (25, von Wehen Wiesbaden) und Innenverteidiger Lukas Zeller (26, zuvor Schweinfurt 05) haben Drittliga-Erfahrung. Die übrigen Neuzugänge – Tim Dietrich (23, Schalke II), Mika Stuhlmacher (23, Meppen), Montell Ndikom (21, Hannover II), Louis Kolbe (22, Sandhausen), Adeh und Ersatztorwart Mattis Harsman (26, Rödinghausen) – sammelten bislang keine Profi-Einsätze.
Sportdirektor Jan Uphues (38) erklärt die Philosophie: „Wir haben uns bewusst neben dem Gerüst an gestandenen auch für junge und entwicklungsfähige Spieler entschieden. Sie bringen das sportliche Potenzial und auch die nötige Mentalität mit, bei uns den nächsten Schritt zu gehen und unsere Mannschaft zu bereichern.“
Leistungsträger bleiben an Bord
Grundlage für den Umbau ist, dass trotz des Abstiegs wichtige Stützen wie Rico Preißinger (30), Niko Koulis (28), Charalambos Makridis (29), Joshua Mees (29), Marvin Schulz (31) und Torge Paetow (30) gehalten werden konnten. Uphues betont: „Unser Ziel ist ein ausgewogener Kader mit einer gesunden Mischung aus Erfahrung und Qualität. Neben Spielern, die uns sofort Stabilität und Führung geben, brauchen wir auch entwicklungsfähige Jungs, die als ehrgeizige Herausforderer in die Saison gehen.“
Adeh, der am Dienstag erstmals mit dem Team trainierte, soll genau diese Rolle einnehmen. Uphues lobt: „Wesley ist ein sehr talentierter Mittelfeldspieler und für sein Alter schon sehr reif. Er bringt bereits eine hohe Qualität, große Spielintelligenz, Dynamik und Intensität mit.“
Adeh: Vorfreude auf die Fans
Der deutsche U19-Nationalspieler, der auch die nigerianische Staatsbürgerschaft besitzt, freut sich auf die neue Aufgabe: „Mich hat das familiäre Umfeld, in dem alle mit viel Entschlossenheit arbeiten, sehr überzeugt. Es ist passend, um viel zu lernen und der Mannschaft weiterzuhelfen. Ich war bereits zu einem Testspiel hier im Stadion. Dabei sind mir die lauten und leidenschaftlichen Fans in Erinnerung geblieben. Ich kann's kaum erwarten, jetzt bald vor ihnen einzulaufen.“
Adeh durchlief alle Jugendmannschaften von Werder Bremen und absolvierte zuletzt 12 Regionalliga-Einsätze für die zweite Mannschaft. Dreimal stand er im Bundesliga-Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Sein Marktwert wird auf 250.000 Euro geschätzt.
Werder setzt auf Entwicklung
Bremen wollte Adeh nicht verkaufen, sondern verlängerte seinen im Januar 2025 geschlossenen Profivertrag vorzeitig und lieh ihn für eine geschätzte Gebühr von 100.000 Euro nach Münster aus. Peter Niemeyer (42), seit 2024 Leiter Profifußball bei Werder und zuvor Manager der Preußen, erklärt: „Wir sind von Wesleys Qualitäten absolut überzeugt. Für ihn ist es nun wichtig, dass er mehr Spielpraxis auf höherem Niveau sammelt. In Münster sehen wir eine gute Gelegenheit, ihm das zu ermöglichen.“
Für Münster ist Adeh der nächste Schritt in der Neuausrichtung. Mit der Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und hungrigen Talenten soll der direkte Wiederaufstieg gelingen.



