Bundestrainer Christian Wück übt harte Kritik trotz souveränem Sieg
Die deutschen Fußballnationalspielerinnen haben in Nürnberg einen weiteren Kantersieg in der WM-Qualifikation gefeiert. Mit einem klaren 5:1 gegen Österreich festigten sie ihre Tabellenführung nach drei Spielen. Doch während die Spielerinnen den Erfolg genießen konnten, war Bundestrainer Christian Wück (52) nach dem Abpfiff alles andere als zufrieden.
„Jammern auf hohem Niveau“ – Wücks harte Worte nach dem Spiel
In der Pressekonferenz nach dem Spiel ließ der Trainer keinen Zweifel an seinen hohen Ansprüchen: „Ich war ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden mit der Leistung von uns“, erklärte Wück deutlich. „Ich glaube nur sehr wenige sind an ihre Leistungsgrenze gekommen.“ Der Trainer kritisierte insbesondere die vielen leichten Fehler im Passspiel, die seiner Mannschaft das Leben unnötig schwer gemacht hätten.
Warum so kritisch nach einem 5:1-Erfolg? Wück begründete seine Haltung mit den ambitionierten Zielen des Teams: „Es ist jammern auf hohem Niveau. Wir wollen zu den Top-Nationen gehören. Dazu gehört, dass wir cleverer Spiele gewinnen.“ Der Trainer betonte, dass er von seinen Spielerinnen erwarte, bis zum Schluss an 100 Prozent zu kommen – selbst bei einem klaren Vorsprung.
Kein Jubel bei Toren – nur ein zaghaftes Lächeln
Auffällig war während des Spiels, dass Wück bei den Toren seiner Mannschaft kaum Emotionen zeigte. Nur beim 5:1 von Lea Schüller konnte man ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen erahnen. Diese zurückhaltende Reaktion unterstrich seine kritische Haltung gegenüber der gezeigten Leistung.
Mittelfeldspielerin Sjoeke Nüsken reagierte in der Pressekonferenz auf die Aussagen ihres Trainers: „Man kann nicht immer 100 Prozent leisten, so sehe ich das.“ Sie verwies jedoch darauf, dass der Sieg über den Kampf letztlich die Stärke der Mannschaft beweise.
Makellose Statistik mit einem bitteren Beigeschmack
Die Zahlen der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation lesen sich beeindruckend: Drei Siege, 14 Tore und nur ein Gegentor – darunter ein 4:0 gegen die starken Norwegerinnen. Doch der Sieg gegen Österreich hatte einen bitteren Beigeschmack: Kapitänin Giulia Gwinn (26) musste noch vor der Halbzeitpause mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden. Bislang gibt es noch keine Prognose über die Dauer ihrer Verletzungspause.
Direkte WM-Qualifikation bereits am Samstag möglich
Bereits am kommenden Samstag (18 Uhr) haben die DFB-Frauen die Chance, es ihrem Trainer besser zu zeigen. Im Rückspiel in Ried treffen sie erneut auf Österreich. Mit einem weiteren Sieg und etwas Schützenhilfe könnte die Mannschaft bereits dort den ersten Platz und die direkte Qualifikation für die WM in Brasilien 2027 festmachen.
Christian Wück gab seinen Spielerinnen zum Abschluss der Pressekonferenz jedoch noch mit auf den Weg: „Ich darf heute auch mal meckern, die Spielerinnen dürfen ab jetzt etwas feiern.“ Ein deutliches Signal, dass die Kritik nicht als Demütigung, sondern als Motivation für die kommenden Herausforderungen gedacht ist.



