VfB Stuttgart nach Bayern-Pleite: Königsklassen-Druck wächst vor Pokal-Halbfinale
Die Welt des VfB Stuttgart war noch in Ordnung, als Chris Führich (28) und Josha Vagnoman (25) sich über den Führungstrecker freuten. Doch der Spieltag entwickelte sich für den Pokalsieger alles andere als positiv. Mit einer 2:4-Niederlage bei Bayern München wurde der VfB von RB Leipzig überholt und rutschte auf den vierten Tabellenplatz ab. Die TSG Hoffenheim rückte auf nur noch zwei Punkte auf, wodurch das Rennen um die Königsklassen-Qualifikation plötzlich wieder völlig offen ist.
Kein Fokus auf die Liga: Pokal-Halbfinale hat Priorität
Der VfB Stuttgart kann vorerst keinen Fokus auf die Bundesliga legen. Am Donnerstag steht das entscheidende Pokal-Halbfinale gegen den SC Freiburg an. Damit das Landesduell gegen den formstarken Sportclub besser verläuft, muss der VfB die deutliche Pleite in München schnell abhaken und aus den gemachten Fehlern lernen. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth (47) kritisierte nach dem Spiel insbesondere die Einstellung der Mannschaft in der spielentscheidenden Phase nach einer eigentlich guten ersten halben Stunde.
Wohlgemuth sagte deutlich: „Da hat uns Galligkeit, Power und Gier gefehlt.“ Ein Beweis für diese mangelnde Härte war, dass das Spiel ohne eine einzige Gelbe Karte für Stuttgart endete. Die Mannschaft ließ vor allem die drei Gegentore innerhalb von nur sechs Minuten völlig körperlos über sich ergehen, anstatt durch Fouls ein Zeichen zu setzen oder zumindest durch taktische Fouls aussichtsreiche Angriffe der Bayern zu unterbinden.
Zu brav und körperlos: So geht man in München baden
Die Analyse fiel eindeutig aus: Zu brav, zu körperlos. So geht man in München baden. Gegen die Badener aus Freiburg darf sich dieses Szenario nicht wiederholen, sonst ist der Traum der Titelverteidigung im DFB-Pokal schnell vorbei. Trainer Sebastian Hoeneß (43) forderte seine Spieler auf: „Wir müssen den Mund abputzen und den Blick nach vorne richten. Wir haben die außergewöhnliche Chance, das zweite Jahr in Folge nach Berlin zu fahren. Da wollen wir vor heimischer Kulisse überragendes schaffen.“
Erst nach dem Pokal-Halbfinale kann sich der VfB wieder voll auf den Kampf um die Königsklassen-Qualifikation in der Bundesliga konzentrieren. Nach dem vermeintlich einfacheren Spiel gegen Werder Bremen am 26. April warten dann die direkten Duelle um die Champions-League-Plätze: Auswärts bei der TSG Hoffenheim am 2. Mai und daheim gegen Bayer Leverkusen am 9. Mai.
Alles in der eigenen Hand: Positive Ausgangsposition trotz Niederlage
Hoeneß betonte die positive Grundstimmung trotz der Niederlage: „Wir haben alles in der eigenen Hand. Dass wir das auch nach einer Niederlage in München sagen können, ist eine gute Ausgangsposition. Das ist doch top.“ Jetzt geht es im Saison-Endspurt um alles. Damit Ende Mai weiterhin alle von einer Top-Saison sprechen können, muss der VfB Stuttgart in den kommenden Wochen zeigen, dass er aus den Fehlern der Bayern-Pleite gelernt hat und mit mehr Galligkeit, Power und Gier auftritt.
Der Druck ist da, aber die Chancen sind es ebenfalls. Das Pokal-Halbfinale gegen Freiburg wird zur Nagelprobe für die Mentalität der Mannschaft, bevor der Endspurt in der Liga beginnt. Die Königsklassen-Qualifikation steht auf dem Spiel, und der VfB muss beweisen, dass er trotz der Rückschläge die nötige Reife und Härte für die entscheidenden Spiele aufbringen kann.



