VAR-Sabotage durch Vermummten bei Hertha-Sieg in Münster: Fan zieht Stecker
VAR-Sabotage: Fan zieht bei Hertha-Spiel in Münster Stecker

VAR-Sabotage überschattet Hertha-Sieg in Münster

Der späte 2:1-Sieg von Hertha BSC beim Auswärtsspiel gegen Preußen Münster in der 2. Fußball-Bundesliga wurde von einem außergewöhnlichen Zwischenfall überschattet. Kurz vor der Halbzeitpause wollte Schiedsrichter Felix Bickel ein mögliches Foul im Strafraum von Münster am Berliner Michael Cuisance am Bildschirm am Spielfeldrand überprüfen – doch der Monitor blieb schwarz. Der Grund für den technischen Ausfall war keineswegs ein Defekt, sondern eine gezielte Sabotageaktion.

Vermummter Fan zieht den Stecker

Wie der Verein Preußen Münster auf seiner Website sowie die Sender Sky und „Bild“ berichteten, hatte sich kurz zuvor ein vermummter Mann aus dem Fanblock der Heimmannschaft in den Innenraum zum VAR-Monitor begeben und dort den Stecker gezogen. Bickel wartete etwa eine Minute vergeblich auf ein Bild, musste die Entscheidung dann aber der Video-Assistentin Katrin Rafalski im Keller des Kölner VAR-Zentrums überlassen. Über die Stadionlautsprecher erklärte der Unparteiische anschließend: „Wir haben ein mögliches Foulspiel im Strafraum überprüft und meine Kollegin Katrin Rafalski hat festgestellt, dass die Nummer 24 von Münster den Spieler Cuisance klar am Schienbein trifft im Strafraum – deswegen lautet meine finale Entscheidung: Strafstoß.“

Fabian Reese verwandelte den Elfmeter in der vierten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zur 1:0-Führung für Hertha BSC. Nach dem Seitenwechsel glich Jannis Heuer für Preußen Münster zum 1:1 aus, ehe Marten Winkler in der dritten Minute der Nachspielzeit den späten 2:1-Siegtreffer für die Berliner erzielte.

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Banner und Reaktionen der Beteiligten

Im Münsteraner Fanblock war kurz ein Banner mit der Aufschrift „Dem VAR den Stecker ziehen“ hochgehalten worden, was die geplante Natur der Aktion unterstreicht. Preußen-Kapitän Jorrit Hendrix zeigte bei Sky überraschend viel Verständnis: „Unsere Fans sind legendär, die machen alles für die Unterstützung. Dass ein Fan den Stecker rauszieht, finde ich eigentlich gut, denn die Fans wollen auch unbedingt, dass wir gewinnen, und wenn sie dafür alles machen, dann habe ich dafür volles Verständnis.“

Der Verein Preußen Münster distanzierte sich deutlich von dem Vorfall. In einer Stellungnahme hieß es: „Der SC Preußen Münster bedauert den Vorfall und wird alles daransetzen, den oder die Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem wurden umgehend Maßnahmen ergriffen, um vergleichbare Vorfälle für die Zukunft auszuschließen. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um eine geplante Aktion.“

Herthas Trainer Stefan Leitl äußerte gemischte Gefühle: „Ich wünsche mir, dass die Konsequenzen für die Münsteraner nicht zu groß sind“, sagte er bei Sky, fügte aber kritisch hinzu: „Das geht einfach nicht, man stelle sich nur vor, es müssen weitere Entscheidungen getroffen werden und du hast gar kein Fernsehbild; das ist jetzt eine Technik, die zum Fußball gehört, man kann sie mögen oder auch nicht – aber man muss dafür sorgen, dass solche Dinge nicht passieren.“

Protokollarisches Vorgehen bei ausgefallenem Monitor

Alexander Feuerherdt, Leiter Kommunikation und Medienarbeit der DFB Schiri GmbH, betonte, dass ein solcher Vorfall in achteinhalb Jahren Videobeweis einzigartig sei. Er lobte das Vorgehen von Schiedsrichter Bickel: Wenn ein Monitor bei einer VAR-Überprüfung nicht genutzt werden könne, sei es protokollarisch vorgesehen, dass die Schiedsrichter die Empfehlung der Video-Assistenten zur Entscheidung entgegennehmen und umsetzen – genau so, wie es Bickel tat. „In einer für ihn sicherlich nicht angenehmen Situation ist er sehr ruhig und sicher geblieben“, so Feuerherdt.

Der Zwischenfall wirft Fragen zur Sicherheit der VAR-Technik und zum Verhalten von Fans auf, während der sportliche Ausgang des Spiels durch die späte Entscheidung und den Siegtreffer von Hertha BSC geprägt wurde.

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