Undav kämpft um WM-Rolle: Nagelsmann hält Joker-Position für Bundestrainer fest
Undav kämpft um WM-Rolle bei Nagelsmann

Undavs WM-Ambitionen: Vom Joker zum Stammspieler?

Deniz Undav hat mit seinem späten Siegtreffer gegen Ghana nicht nur einen wichtigen Erfolg für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erzielt, sondern auch die Debatte um seine Rolle im DFB-Team neu entfacht. Der 29-jährige Stürmer vom VfB Stuttgart zeigte sich nach dem 2:1-Erfolg zwar respektvoll gegenüber den Entscheidungen von Bundestrainer Julian Nagelsmann, machte jedoch deutlich, dass er seine derzeitige Position als Einwechselspieler nicht als endgültig akzeptiert.

Der Wunsch nach Veränderung

„Natürlich würde ich sie gerne verändern, aber ich bin nicht der Entscheider, sondern der Bundestrainer“, erklärte Undav in einer klaren Stellungnahme. Der Angreifer betonte dabei stets den Teamerfolg als oberste Priorität, ließ jedoch keinen Zweifel an seinem persönlichen Ehrgeiz: „Jeder hat seine Rolle. Ich hoffe, ich kann die noch verändern.“ Sein Treffer in der 88. Minute setzte nicht nur den Schlusspunkt unter das Spiel, sondern auch unter eine intensive Diskussionswoche über seinen Stellenwert im Nationalteam.

Nagelsmanns klare Position

Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte umgehend auf die neuen Debatten und machte seine Sichtweise unmissverständlich deutlich. Für die anstehende Weltmeisterschaft im Juni sieht der 38-Jährige Undav primär in der Joker-Rolle. „Eher unwahrscheinlich, weil ich die Rollengespräche nicht geführt habe für den März, sondern für die WM“, erklärte Nagelsmann und verwies dabei auf bereits geführte Personalgespräche.

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Die Nominierung für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana begründete der Bundestrainer ausschließlich mit Undavs beeindruckender Torquote beim VfB Stuttgart, wo der Stürmer in dieser Saison bereits 18 Bundesliga-Tore erzielt hat. Im aktuellen System der Nationalmannschaft sind jedoch andere Spieler vorrangig:

  • Im Angriffszentrum setzt Nagelsmann auf Kai Havertz und Nick Woltemade
  • Auf der Zehnerposition vertraut er auf die Rückkehr von Jamal Musiala und Serge Gnabry
  • Undav bleibt damit vorerst Backup-Option in mehreren Positionen

Leistung als Schlüsselfaktor

Nagelsmann kritisierte dabei auch Undavs Gesamtleistung im Ghana-Spiel: „Auch gegen Ghana habe Undav nach der von den Fans lautstark geforderten Einwechslung zur Halbzeit bis zu seinem späten Treffer kein gutes Spiel gemacht.“ Gleichzeitig erkannte der Bundestrainer die besondere Qualität des späten Tores an: „Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er den Ball so reinmacht.“

Der Bundestrainer betonte die Bedeutung solcher Spielertypen für große Turniere: „Ich glaube zu wissen, dass wir auch im Sommer auf jeden Fall Joker brauchen, die in der Lage sind, Spiele zu entscheiden.“ Damit unterstrich er zwar den Wert Undavs für das Team, bestätigte aber gleichzeitig dessen aktuelle Reservistenrolle.

Mediale Aufmerksamkeit und Zukunftsperspektiven

Offensichtlich missfiel Nagelsmann die intensive mediale Berichterstattung rund um Undav in der Vorbereitung auf die WM. „Damit ist, glaube ich, alles besprochen jetzt im Sieben-Tage-Dauerthema Deniz Undav“, beendete der Bundestrainer die Diskussion vorerst. Dennoch bleibt die Frage, ob Undavs vierter Treffer in seinem siebten Länderspiel tatsächlich nur seine Rolle als später Glücksbringer manifestiert oder doch eine Tür für veränderte Perspektiven öffnet.

Der Stürmer selbst hat bis zur WM Mitte Juni noch Zeit, Nagelsmann von seinen Qualitäten als potenzieller Stammspieler zu überzeugen. Seine Torquote beim VfB Stuttgart spricht eine deutliche Sprache, doch im Nationalteam muss er nun zeigen, dass er nicht nur in den letzten Minuten, sondern über die volle Spielzeit hinweg überzeugen kann.

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