Tuchels XL-Kader: England rätselt über fünf Torhüter und 35 Nominierungen
Tuchels XL-Kader: England rätselt über fünf Torhüter

Tuchels ungewöhnlicher WM-Vorbote: Fünf Torhüter und 35 Nominierungen sorgen für Stirnrunzeln

Die Kadernominierung von Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel am Freitag hat für erhebliche Aufmerksamkeit und einige Fragezeichen gesorgt. Für die beiden bevorstehenden Freundschaftsspiele gegen Uruguay am 27. März und Japan am 31. März berief der 52-jährige Deutsche einen außergewöhnlich großen Kader von insgesamt 35 Spielern – darunter allein fünf Torhüter.

Fünf Torhüter und ein Debütant: Tuchels taktisches Manöver

Mit Dean Henderson von Crystal Palace, Jordan Pickford von Everton, James Trafford von Manchester City, Aaron Ramsdale von Newcastle und Jason Steele von Brighton nominierte Tuchel eine ungewöhnlich große Anzahl an Torhütern. Die britische Tageszeitung „Daily Mail“ kommentierte dies spöttisch: „Komm schon, das sind zu viele Torhüter. In einem Trainingsspiel müssen die meisten an der Seitenlinie zuschauen.“

Neben Torhüter Steele ist ein weiterer Debütant im Kader: James Garner. Der 25-jährige Mittelfeldspieler steht seit 2022 bei Everton unter Vertrag und gewann 2023 mit Englands U21 die Europameisterschaft. Jetzt ist er Teil von Tuchels erweitertem Aufgebot.

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Strategische Aufteilung: Zwei Camps für die WM-Vorbereitung

Was steckt hinter der Nominierung von 35 Profis? Tuchel erklärte in einer offiziellen Verbandsmitteilung: „Wir haben uns entschieden, den Kader in zwei separate Trainingscamps aufzuteilen. Diese Herangehensweise gibt uns die Möglichkeit, einige neue Spieler intensiv zu beobachten und zu bewerten. Im Wettbewerb um die begehrten Tickets für die Weltmeisterschaft in Nordamerika können wir uns so ein umfassenderes Bild von unseren Optionen machen.“

Der Nationaltrainer präzisierte: „Fünfunddreißig Nominierungen klingen zunächst nach einer sehr großen Zahl. Tatsächlich besteht der Kader von Dienstag bis Samstag aus 19 Feldspielern und vier Torhütern. Für das zweite Spiel sind dann etwa 22 Feldspieler und drei oder vier Torhüter vorgesehen. Bei keinem der beiden Spiele muss ein Spieler zwangsweise auf der Tribüne Platz nehmen.“

Tuchel betonte, dass Stammspieler ihrer Vereine einige Tage länger pausieren sollen und erst im zweiten Freundschaftsspiel gegen Japan zum Einsatz kommen werden. Diese Planung soll sowohl die Belastung der Spieler managen als auch unterschiedliche Spielertypen testen.

Bittere Pille für etablierte Stars

Der aktuelle Kader gilt als deutlicher Fingerzeig in Richtung der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer in Kanada, den USA und Mexiko. Die Nominierungen dürften jedoch für einige etablierte England-Stars eine bittere Pille sein, die Tuchel diesmal nicht berief.

Zu den auffälligsten Abwesenden gehören Luke Shaw von Manchester United, Trent Alexander-Arnold von Real Madrid, Ollie Watkins von Aston Villa, Morgan Gibbs-White von Nottingham Forest und Danny Welbeck von Brighton. Besonders bemerkenswert: Welbeck teilt sich mit Dominic Calvert-Lewin von Leeds United aktuell die Position des besten englischen Torschützen in der Premier League – beide haben zehn Treffer erzielt.

Während Welbeck keine Einladung erhielt, kehrt Calvert-Lewin nach fünf Jahren Abstinenz zurück in die Nationalmannschaft. Der 29-jährige Stürmer war zuletzt 2021 für England im Einsatz und nutzt nun die Chance, sich für die WM zu empfehlen.

Langfristige Planung mit unmittelbaren Konsequenzen

Tuchels unkonventionelle Herangehensweise zeigt, dass der Nationaltrainer die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft strategisch und langfristig angeht. Die Aufteilung in zwei Trainingscamps ermöglicht es ihm, sowohl etablierte Spieler zu schonen als auch neue Talente unter Wettkampfbedingungen zu testen.

Die Diskussion um die fünf Torhüter verdeutlicht jedoch, dass nicht alle Entscheidungen des Trainers auf ungeteilte Zustimmung stoßen. In den kommenden Freundschaftsspielen wird sich zeigen, ob Tuchels experimenteller Ansatz Früchte trägt oder ob die Kritik an der überdimensionierten Kadergröße berechtigt ist.

Eines steht fest: Die Nominierung von 35 Spielern, darunter fünf Torhütern und einem Debütanten, hat in England eine intensive Debatte über Tuchels Personalpolitik ausgelöst. Alle Augen sind nun auf die Leistungen in den Testspielen gerichtet, die als wichtiger Indikator für die endgültige WM-Auswahl gelten.

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