Nur noch drei Spieltage, und die Luft im Keller der 2. Liga wird für alle Abstiegskandidaten dünner. Nach der 1:3-Niederlage in Düsseldorf gehört Dynamo Dresden wieder voll dazu. Trainer Thomas Stamm (43) nahm daher vor dem Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern kein Blatt vor den Mund.
Stamm: „Grundsätzlich ist es gut, wenn du einen auf den Deckel bekommst“
„Ich glaube, grundsätzlich ist es gut, wenn du immer mal einen auf den Deckel bekommst. Dann wirst du mal wieder wachgerüttelt. Nur die ganz starken Mannschaften brauchen das nicht“, meinte der Schweizer. Stamm war vor allem mit der Defensive gegen Fortuna Düsseldorf überhaupt nicht zufrieden und monierte zu wenige Sprints sowie zu geringe Intensität gegen den Ball.
„Es geht um Wachheit, Verantwortung und Galligkeit in der Defensive. Was die Überzeugung und das Gegenpressing betrifft, war es kein guter Tag von uns. Wir benötigen wieder einen anderen Fokus, das haben wir diese Woche klar angesprochen“, betonte der SGD-Coach.
Personelle Umstellung als Grund?
An der personellen Umstellung lag es für ihn eher weniger. Nach zweiwöchiger Zwangspause von Thomas Keller und zwei Zu-Null-Partien mit dem Duo Julian Pauli und Friedrich Müller hatte Stamm seinen Abwehrchef Keller sofort wieder von Beginn an gebracht. Eigentlich nicht unverständlich, trotzdem im Nachhinein eine Hinterfragung wert. Stamm: „Wenn ich die Gegentore sehe, hat es natürlich auch mit Thomas zu tun, aber nicht in erster Linie. Von daher würde ich es verneinen, dass man sich da wieder einspielen muss. Man hätte es lassen können, doch er hat einfach defensiv und offensiv eine andere Wucht auch bei Standards. Wir waren generell in Düsseldorf zu schläfrig.“
Befreiung gegen Lautern?
Interessant: In der Vorsaison erlitt die SGD kurz vor dem Aufstieg gegen Osnabrück ebenfalls noch einen herben Rückschlag. Bald darauf konnte jedoch gejubelt werden. Gibt es jetzt gegen Lautern auch die Befreiung? Stamm: „Wir haben es wieder selbst in der Hand, einen großen Schritt zu gehen. Ich finde, die Ausgangssituation insgesamt ist sehr ähnlich wie letztes Jahr.“
Fakt ist: Dynamo Dresden hat eine herausragende Rückrunde hingelegt, und es müsste mit dem (Roten) Teufel zugehen, wenn man doch noch absteigt. Daher ist es überraschenderweise kaum hektisch im Umfeld. Der Trainer: „Je mehr Vertrauen in die handelnden Personen da ist, umso ruhiger wirkt es. Gefährlich wäre es nur, wenn wir uns darauf verlassen...“



