St. Pauli überrascht mit ungewöhnlicher Taktik gegen Union Berlin
In der Bundesliga-Partie zwischen Union Berlin und dem FC St. Pauli sorgte Trainer Alexander Blessin für eine taktische Überraschung. Statt auf etablierte Spieler wie Arkadiusz Pyrka, Louis Oppie oder Lars Ritzka setzte der 52-jährige Coach auf Mathias Pereira Lage als linken Schienenspieler – eine Position, die der Franzose bei St. Pauli noch nie zuvor eingenommen hatte.
Geplante Überraschung in der Länderspielpause
Während der Länderspielpause hatte Blessin diese ungewöhnliche Variante intensiv vorbereitet. In einem internen Testspiel gegen die eigene U23-Mannschaft überzeugte Pereira Lage so sehr, dass der Trainer die Taktik für das Auswärtsspiel in Berlin umsetzte. „Das war jetzt nicht komplett neu für mich“, erklärte der 29-jährige Offensivspieler nach dem Spiel. „Ich hatte das schon in Angers und auch mal in Brest gespielt. Wir hatten vorher mit dem Trainer darüber gesprochen. Er sagte mir, ich solle das einfach mal genießen. Manchmal hilft es, einfach mal etwas zu ändern.“
Perfekter Abschluss mit Hammer-Tor
Die ungewöhnliche Personalentscheidung zahlte sich aus. Pereira Lage krönte seine Leistung in der 67. Spielminute mit einem spektakulären Volleyschuss aus etwa 20 Metern Entfernung. Der Ball prallte mit einer Geschwindigkeit von 118 km/h ins Netz und bescherte St. Pauli den wichtigen 1:0-Führungstreffer. Es war erst das zweite Bundesligator in der Karriere des Franzosen. „Ich hab‘ den schon sehr gut und fest getroffen“, freute sich Pereira Lage. „Wir sollen ja bei den zweiten Bällen da sein. Und das war hier perfekt der Fall. Im Training hat das schon häufiger geklappt. Am Anfang meiner Karriere habe ich auch schon solche Dinger gemacht.“
Blessin begeistert von der Leistung
Trainer Alexander Blessin zeigte sich besonders angetan von der Leistung seines Schützlings. „Er hat das hervorragend gemacht, hat die Leistung auch mit einem Tor gekrönt“, lobte der St. Pauli-Cheftrainer. „Das hat mich sehr gefreut, weil er das im Training schon häufiger gezeigt hat. Wenn ich so einen Schuss gehabt hätte wie er, hätte meine Karriere vielleicht einen anderen Weg genommen.“ Blessin selbst erzielte während seiner aktiven Zeit als Stürmer nie ein Tor in der ersten Bundesliga – bei sieben Einsätzen für den VfB Stuttgart blieb er ohne Treffer. In der zweiten Liga gelangen ihm sechs Tore in 45 Spielen für die Stuttgarter Kickers.
Keine Wiederholung gegen Bayern München erwartet
Die ungewöhnliche Taktik mit Pereira Lage auf der linken Seite wird jedoch voraussichtlich nicht im nächsten Spiel gegen Bayern München zum Einsatz kommen. Blessin erklärte, dass die Variante speziell für das Spiel gegen Union Berlin entwickelt wurde. „Wir wollten aggressiveres Anlaufen auf dieser Position“, begründete der Trainer seine Entscheidung. Gegen den Rekordmeister sind deutlich defensivere Spielvarianten zu erwarten, bei denen St. Pauli vermutlich auf bewährtere Optionen zurückgreifen wird.
Die taktische Überraschung zahlte sich für St. Pauli aus und brachte drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Obwohl die ungewöhnliche Aufstellung wohl eine einmalige Angelegenheit bleiben wird, hat sie gezeigt, dass Blessin kreative Lösungen parat hat, um seine Mannschaft erfolgreich aufzustellen.



