So knackt der FC Bayern Paris Saint-Germain erneut
So knackt Bayern PSG erneut

Auf den FC Bayern München wartet im Halbfinale der Champions League ein hartes Los. Gegen Paris Saint-Germain werden aller Voraussicht nach taktische Feinheiten entscheidend sein. Wer gedacht hat, das Duell zwischen Bayern München und Real Madrid wäre bereits das Highlight dieser Champions-League-Saison, darf sich nun auf einen wohl noch größeren fußballerischen Leckerbissen freuen.

Das Halbfinale zwischen Bayern und Paris Saint-Germain dürfte zumindest für neutrale Zuschauer ein Hochgenuss werden – alle Bayern-Anhänger sollten unterdessen schon einmal den Beruhigungstee vorbereiten.

Sieg in der Ligaphase? Bayern ist zur Vorsicht geraten

Die Bayern haben den kleinen Vorteil, dass sie in der Ligaphase bereits auswärts im Parc des Princes mit 2:1 gewannen, obwohl in der zweiten Hälfte nur noch zehn FCB-Spieler auf dem Rasen standen. Natürlich muss man die Ligaphase mit ein wenig Vorsicht genießen, zumal die angesprochene Partie nun fünfeinhalb Monate zurückliegt. Ebenso sollten wir die jüngsten Auftritte des FC Bayern in der Bundesliga ein Stück weit ausblenden. Anders als PSG hat Vincent Kompanys Team die Meisterschaft schon lange sicher.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Viel wichtiger sind mit Blick auf das Hinspiel in Paris am Dienstagabend die Erkenntnisse aus den Partien mit Real Madrid. Bayern war über rund 180 Minuten die bessere Mannschaft, hatte die solidere Spielanlage und die hochkarätigeren Chancen. Aber unverwundbar war der FCB ganz und gar nicht. Immerhin brauchte es einen späten Treffer von Luis Díaz in der Allianz Arena, um den deutschen Rekordmeister auf die Siegerstraße zu pushen.

Angriffspressing kann gegen PSG nach hinten losgehen

Klar ist auch, dass PSG eine über alle Mannschaftsteile hinweg bessere Einheit als Madrid aufs Feld schickt. Besonders das Mittelfeld rund um Sechser Vitinha könnte den Bayern ein Bein stellen. Bayern hat gegen Real Madrid ein phasenweise hochaggressives Pressing gespielt. Die grundsätzliche 2-4-4-Staffelung kann natürlich Ballgewinne erzwingen, aber käme ein Gegner wie Paris in die zweite Ebene, sprich zu den Achtern, stünde Bayern etwas blank.

Und bei aller Qualität in der Hintermannschaft sollte man vermeiden, dass Jonathan Tah und Co. mit dem Gesicht zum eigenen Tor zurücksprinten müssen. Sie verteidigen vor allem aus einer sauberen Stellung und mit dem Rücken zu Manuel Neuer solide.

Insofern besteht eine Hauptaufgabe für Kompany und dessen Stab darin, die richtige Dosierung in puncto Pressing zu finden. Das mannorientierte Zustellen der Viererabwehr von PSG, wenn sich die Pariser im Spielaufbau befinden, wirkt verlockend, aber kann eben auch ins Auge gehen. Generell ist eine rein mannorientierte Spielweise nicht ratsam, wenngleich Bayern mit dieser in anderen Partien erfolgreich war.

Upamecano und Co. müssen die richtige Dosis finden

Im Fall von PSG kommt jedoch hinzu, dass sich vor Vitinha zwei agile Achter befinden. Schiebt etwa Joshua Kimmich auf Vitinha und Aleksandar Pavlović auf João Neves, müsste der andere zentrale Mittelfeldspieler von Paris, welcher nach längerer Verletzungspause wohl Fabián Ruiz sein wird, durch Tah oder Dayot Upamecano abgesichert werden. Upamecano hat beim angesprochenen 2:1-Sieg im Parc des Princes sogar mehrfach durch aggressives Herausrücken Balleroberungen erzwungen und ein Tor vorbereitet.

Aber auch hier gilt: Die Dosis muss perfekt gewählt sein. Dreimal klappt das Zuschieben durch Upamecano, ein viertes Mal vielleicht nicht und dann ist der Super-Sturm mit Ousmane Dembélé auf und davon. Auch Kylian Mbappé und Viní Jr. brachen im Viertelfinale einige Male an der Mittellinie durch.

Ein bisschen Zockerei ist nötig

Offensiv muss sich Bayern grundsätzlich keine Sorgen machen. Harry Kane und seine Nebenmänner werden zu Chancen kommen. Natürlich wiegt der Ausfall von Serge Gnabry schwer, gerade auch in einem Spiel mit ausgeglichenem Ballbesitz, weil Gnabry als zweite Spitze die Räume an der Abseitslinie perfekt besetzen kann. Jamal Musiala als Zehner ist hingegen vor allem für die Ballkontrolle essenziell – und nun wieder in Top-Form.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Aber abseits von den Nuancen in der Rollenverteilung der vorderen vier Offensiven wird es in der Vorbereitung von Angriffen wieder um einige Risikoabwägungen gehen. Achraf Hakimi etwa, der Rechtsverteidiger von Paris, rückt bekanntlich mit viel Dynamik nach vorn bei eigenem Ballbesitz, lässt jedoch Räume hinter sich frei, von denen er glaubt, er würde sie mit seinem Speed noch irgendwie zulaufen.

Situative Entscheidungen entscheiden den CL-Kracher

Natürlich könnte man Luis Díaz hier und da zocken und einfach im Rücken von Hakimi verweilen lassen, auf die Gefahr hin, dass Díaz dem bayerischen Linksverteidiger keine Unterstützung geben kann. Es sind eben diese auf den ersten Blick kleinen und situativen Entscheidungen, die ein solches Top-Duell in die eine oder andere Richtung kippen lassen. Ohne ein bisschen Zockerei und punktuelle Geniestreiche kann man schlichtweg das andere Team nicht schlagen.

Sei es ein perfekter Pressingvorstoß von Upamecano, ein lauernder Díaz auf links oder ein ansatzloser Verlagerungsball von Kane auf Michael Olise, das sind die Unterschiedsmomente. Denn rein von der Qualität auf dem Papier befinden sich beide auf Augenhöhe.