Niklas Süle übertrifft Schürrle: Teuerstes BVB-Missverständnis aller Zeiten
Bei der 1:2-Niederlage in Hoffenheim stand Niklas Süle (30) erneut im Mittelpunkt und entwickelte sich zur tragischen Figur für Borussia Dortmund. Der 1,95 Meter große Innenverteidiger rutschte im eigenen Strafraum aus, verdrehte sich dabei das Knie und verschuldete zusätzlich einen Handelfmeter – eine Szene mit symbolischem Charakter für seine gesamte Dortmunder Zeit.
Ein teures Kapitel geht zu Ende
Im Sommer läuft der Vertrag des 49-fachen deutschen Nationalspielers aus, und längst steht fest: Die Wege von Süle und Dortmund trennen sich nach vier Jahren endgültig. Der ehemalige Bayern-Star geht als teuerstes Missverständnis in die Vereinsgeschichte ein und überholt dabei sogar die bisherigen Negativrekordhalter.
Zwar wechselte Süle 2022 ablösefrei von Bayern München an die Ruhr, doch sein Gehalt sprengte alle bisherigen Dimensionen beim BVB. Mit einem Jahresgehalt von rund 14 Millionen Euro ist er der bestverdienende Spieler aller Zeiten in Dortmund. In der Summe kostete Süle den Verein damit bis zu 56 Millionen Euro über die gesamte Vertragslaufzeit.
Leistung und Investition klaffen auseinander
Die Diskrepanz zwischen finanzieller Investition und sportlichem Ertrag könnte kaum größer sein: Von 194 möglichen Pflichtspielen absolvierte Süle lediglich 109 Partien. Von 17.460 möglichen Einsatzminuten stand er nur 7.498 Minuten auf dem Platz, was auch auf zahlreiche Verletzungen zurückzuführen ist. Seine statistische Bilanz umfasst lediglich drei Tore und fünf Vorlagen, und einen Titel gewann er während seiner Dortmunder Zeit nicht.
Damit löst Süle im Ranking der teuersten Flops sogar André Schürrle (35/Karriereende) und Nico Schulz (33/vereinslos) ab und setzt sich an die Spitze dieser unrühmlichen Liste.
Die Vorgänger im Vergleich
André Schürrle, WM-Held von 2014, kostete den BVB insgesamt etwa 46 Millionen Euro. 2016 war er für 30 Millionen Euro Ablöse vom VfL Wolfsburg nach Dortmund gewechselt und kassierte in zwei Jahren rund 16 Millionen Euro Gehalt. In 51 Pflichtspielen erzielte er acht Tore und bereitete zehn Treffer vor. Sein Vertrag wurde aufgrund schwacher Leistungen im Juli 2020 einvernehmlich vorzeitig aufgelöst.
Nico Schulz gehörte ebenfalls zu den teuersten Enttäuschungen. 2019 wechselte er für 25,5 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim zur Borussia. Der 12-fache Nationalspieler bekam in Dortmund kaum etwas auf die Reihe und erhielt ein Jahresgehalt von etwa 5,5 Millionen Euro. Nach vier enttäuschenden Jahren wurde sein Vertrag im Juli 2023 vorzeitig aufgelöst, wobei der BVB eine Abfindung von rund 2,5 Millionen Euro zahlte. Insgesamt absolvierte Schulz nur 61 Partien und erzielte ein einziges Tor – bei Gesamtkosten von etwa 50 Millionen Euro.
Die Bilanz von Niklas Süle übertrifft diese Negativrekorde nun deutlich und markiert ein besonders kostspieliges Kapitel in der Transfergeschichte von Borussia Dortmund.



