Schweiz erreicht erstmals seit 1954 WM-Viertelfinale dank Kobel
Schweiz im WM-Viertelfinale – Kobel der Held

Die Schweiz hat bei der Weltmeisterschaft in den USA das Viertelfinale erreicht – und das erstmals seit 1954. Gegen Kolumbien setzte sich das Team von Trainer Murat Yakin nach 120 torlosen Minuten im Elfmeterschießen mit 3:0 durch. Matchwinner war Torwart Gregor Kobel, der drei der vier kolumbianischen Elfmeter parierte.

Kobel wird zum Helden

Bereits in der regulären Spielzeit und in der Verlängerung hatte Kobel einen starken Eindruck hinterlassen. Im Elfmeterschießen zeigte er dann seine ganze Klasse. Er hielt die Schüsse von James Rodríguez, Luis Díaz und Rafael Santos Borré. Nur Jhon Arias traf, doch da die Kolumbianer zuvor drei Mal gescheitert waren, reichte der Schweiz bereits der dritte verwandelte Elfmeter durch Manuel Akanji zum Sieg.

„Gregor war heute unser Rückhalt. Ohne ihn wären wir nicht weiter“, sagte Trainer Murat Yakin nach dem Spiel. „Die Mannschaft hat unglaublich gekämpft, aber im Elfmeterschießen entscheidet der Torwart. Und Gregor war einfach überragend.“

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Offensive Arbeitsverweigerung auf beiden Seiten

Das Spiel selbst war über weite Strecken von einer offensiven Arbeitsverweigerung geprägt. Beide Teams neutralisierten sich gegenseitig und kamen zu wenigen Torchancen. Die größte Möglichkeit der Schweiz hatte Rubén Vargas in der 88. Minute, als er nach einer Flanke von Xherdan Shaqiri freistehend zum Kopfball kam, den Ball aber neben das Tor setzte. Auf der anderen Seite vergab Kolumbiens James Rodríguez in der 102. Minute eine gute Chance, als er aus spitzem Winkel an Kobel scheiterte.

„Es war ein zähes Spiel. Beide Mannschaften hatten Respekt voreinander und wollten keinen Fehler machen“, analysierte der Schweizer Kapitän Granit Xhaka. „Am Ende zählt nur der Sieg. Wir sind überglücklich, im Viertelfinale zu stehen.“

Akanji überwindet Trauma

Für Manuel Akanji war der verwandelte Elfmeter eine besondere Genugtuung. Der Innenverteidiger hatte vor vier Jahren im Achtelfinale gegen Spanien im Elfmeterschießen verschossen und die Schweiz damals das Aus besiegelt. „Ich habe vier Jahre auf diesen Moment gewartet. Es war eine Erlösung, den Ball im Tor zu sehen“, sagte Akanji sichtlich erleichtert. „Ich danke meinen Teamkollegen, die mich unterstützt haben. Und natürlich Gregor, der uns gerettet hat.“

Die Schweiz trifft im Viertelfinale nun auf den Sieger der Partie zwischen England und Frankreich. Das Spiel findet am Samstag in Houston statt. „Wir werden uns gut erholen und dann voll angreifen“, versprach Yakin. „Wir haben noch nicht genug. Dieses Team hat mehr vor.“

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