Schwartz-Premiere missglückt: Preußen Münster verliert Testspiel gegen Havelse mit 0:1
Dunkle Wolken hängen weiterhin über dem Zweitliga-Schlusslicht Preußen Münster. Nur zwei Tage nach seiner offiziellen Verpflichtung erlebte Neu-Trainer Alois Schwartz (58) bei seinem Debüt an der Seitenlinie der „Adlerträger“ eine herbe Enttäuschung. In einem Testspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit unterlag seine Mannschaft dem Drittliga-Vorletzten TSV Havelse mit 0:1.
Skepsis an der Seitenlinie
Mit verschränkten Armen und einem skeptischen Blick verfolgte Schwartz die 90 Minuten, in denen seine Mannschaft verdammt wenig zu bieten hatte. Die Erkenntnis nach dem Spiel war eindeutig: Die Rettung der „Schwarz-Weiß-Grünen“ vor dem drohenden Abstieg wird zur echten Herausforderung.
Zwar hatten die Preußen in der ersten Halbzeit deutlich mehr vom Spiel, doch die seit Wochen anhaltende Abschlussschwäche setzte sich fort. Winter-Neuzugang Imad Rondic (26) vergab gleich zwei dicke Chancen in aussichtsreichen Positionen, bevor er nach einem Zusammenprall vor der Pause verletzt ausgewechselt werden musste.
Vergebene Chancen und defensive Patzer
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Torflaute bestehen. Japan-Zugang Shin Yamada (25) stand in der 53. Minute völlig frei vor TSV-Keeper Norman Quindt (29), vergab aber ebenfalls kläglich. Ein kräftiger Hagelschauer führte in der 51. Minute zu einer kurzen Spielunterbrechung, danach kamen die Hausherren gänzlich aus dem Tritt.
Havelse wurde immer dominanter und ging in der Folge nicht unverdient in Führung. Christopher Schepp (25) köpfte am langen Pfosten völlig ungedeckt eine Flanke von Marko Illic (26) zum 0:1 ein. Die Münsteraner verkrampften zunehmend, während der unterklassige Gegner seinen Sieg sogar noch hätte ausbauen können. Weitere dicke Chancen für Schepp (75.) und Robin Müller (26/81.) wurden durch peinliche defensive Patzen der Preußen begünstigt.
Schwartz mit gemischten Gefühlen
Nach der Partie zeigte sich Neu-Coach Schwartz mit gemischten Gefühlen: „Ich habe einige gute Dinge gesehen, aber auch viele schlechte. Ich glaube, die Jungs müssen sich erst einmal wieder sortieren und die Köpfe freikriegen.“ Trotz der schwierigen Situation und der kurzen Vorbereitung auf das nächste Abstiegs-Endspiel am Ostersonntag in Kiel stimmte er einer bereits vor seiner Amtsübernahme festgelegten dreitägigen Trainingspause zu.
Doch Schwartz will diese Zeit für intensive Telefonate mit seinen Spielern nutzen. Der Trainer, der besonderen Wert auf Disziplin, Respekt und Siegeswillen legt, kritisierte deutlich: „Davon habe ich gegen Havelse gerade in der letzten halben Stunde leider überhaupt nichts mehr gesehen. So reicht‘s auf gar keinen Fall.“
Perspektiven und Herausforderungen
Obwohl sein Vertrag zunächst nur für den Saison-Endspurt (sieben Spiele) gilt, ist der Trainer-Routinier mit 222 Einsätzen in der 2. Liga bereits auf der Suche nach einer kleinen Wohnung in Münster. Sollte der Klassenerhalt gelingen und er über diese Saison hinaus auf der Bank der Preußen sitzen, will sich der Wahl-Mannheimer, dessen Familie weiterhin dort lebt, im Sommer nach einer größeren Bleibe umschauen.
Bis dahin steht Schwartz und seiner Mannschaft jedoch ein harter und schwerer Weg bevor. Die Aufstellungen zeigen, dass mehrere Spieler geschont oder verletzt waren, darunter Etienne Amenyido, Marvin Schulz und Johannes Schenk. Die Verletztenliste umfasst zudem Lucas Bolay, Antonio Tikvic, Malik Batmaz und Simon Scherder.
Die Preußen spielten in der ersten Halbzeit mit: Behrens - ter Horst, Koulis, Jaeckel, Kirkeskov - Hendrix, Preißinger, Benjamins, Raschl - Batista-Meier, Rondic (36. Yamada). In der zweiten Halbzeit kamen zum Einsatz: Behrens - Meyerhöfer, Heuer, Paetow, Varelmann - Benger, Bouchama, Zertdemir, Batista-Meier (63. Demirhan) - Yamada, Lokotsch.



