Sammer kritisiert Nagelsmanns ausführliche Pressekonferenz zur DFB-Kadernominierung
Der DFB-Bundestrainer Julian Nagelsmann hat in einer umfassenden Pressekonferenz seine Nominierung des Kaders für die anstehenden Länderspiele im März erläutert. Die ausführlichen Erklärungen des 38-Jährigen dauerten über eine Dreiviertelstunde und stießen bei BVB-Berater und TV-Experte Matthias Sammer auf deutliche Kritik.
„Manchmal ist weniger mehr“ – Sammers Ratschlag an den Bundestrainer
Matthias Sammer äußerte sich bei Sky zur Kommunikationsstrategie von Julian Nagelsmann und gab dem Bundestrainer einen klaren Rat mit auf den Weg. „Manchmal ist weniger mehr“, betonte der 58-Jährige und fügte hinzu: „Ich würde ihm mehr Pragmatismus in seinen Aussagen empfehlen. Er disqualifiziert sich damit nicht in seiner Kompetenz.“
Sammer sieht in der ausufernden Erklärungsfreude ein typisches Phänomen der jüngeren Generation. „Das sei manchmal so das Los der jungen Menschen. Julian wird lernen, dass das eigentlich gar nicht notwendig ist. Seine Qualitäten werden absolut wertgeschätzt“, so der ehemalige Fußballprofi weiter.
Vorbild Carlo Ancelotti: Wie ein italienischer Meistertrainer kommuniziert
Als positives Beispiel nannte Matthias Sammer den italienischen Trainer Carlo Ancelotti, der aktuell die brasilianische Nationalmannschaft trainiert. „Er sollte mal gucken, wie Carlo Ancelotti so eine Pressekonferenz handhabt. Der hat die Namen genannt, die dabei sind, und allen einen schönen Tag gewünscht und ist wieder gegangen“, riet Sammer dem DFB-Cheftrainer.
Diese pragmatische Herangehensweise stehe im Kontrast zu Nagelsmanns detaillierten Ausführungen, die nach Sammers Ansicht nicht notwendig seien für eine erfolgreiche Kommunikation mit Medien und Fans.
WM 2026: Das Spiel entscheidet auf dem Platz, nicht in Pressekonferenzen
Für die anstehende Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko hat Deutschland in der Gruppenphase Begegnungen mit Curacao, der Elfenbeinküste und Ecuador vor sich. Brasilien unter Trainer Carlo Ancelotti ist vorerst kein direkter Gegner der DFB-Elf.
Matthias Sammer betonte jedoch, dass sportlicher Erfolg nicht durch Worte erreicht werde. „Die WM und das Finale, wovon ich nach wie vor zutiefst überzeugt bin, wird nicht mit Worten gewonnen“, erklärte der Experte. „Das gab es früher mal, aber heute wird es dann doch noch auf dem Feld entschieden. Auf dem Weg dahin einfach pragmatisch bleiben und nicht so viel aktionistisch erklären.“
Die konstruktive Kritik von Matthias Sammer unterstreicht die Erwartungen an Julian Nagelsmann, der nicht nur sportlich, sondern auch in seiner öffentlichen Kommunikation als Bundestrainer überzeugen muss. Die Balance zwischen notwendiger Transparenz und effizienter Medienarbeit bleibt eine Herausforderung für den jungen Trainer.



