Der FC Bayern München steht vor einer gewaltigen Herausforderung in der Champions League. Im Halbfinal-Hinspiel trifft der deutsche Meister am Dienstag (21 Uhr, live bei Prime Video und im BILD-Ticker) auf Paris Saint-Germain. Ex-Boss Karl-Heinz Rummenigge (70), heute Mitglied des Aufsichtsrats, weiß um die Schwere der Aufgabe. Im Interview mit dem Portal „t-online“ betonte er: „Die beiden Spiele gegen PSG werden uns alles abverlangen. Jeder muss in Topform sein, und die Mannschaft muss genau das wiederholen, was sie beim 2:1-Sieg in der Ligaphase in Paris gezeigt hat – in beiden Partien.“
Rummenigge lobt PSG-Entwicklung
Rummenigge zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung des französischen Star-Ensembles in den vergangenen Jahren. „Seitdem Luis Enrique dort 2023 als Trainer übernommen hat, ist das eine Mannschaft, die top besetzt und sehr klug zusammengestellt ist“, so der 70-Jährige. PSG habe sich selbst bewiesen, „dass man nicht alles kaufen kann, sondern auch mit Geduld eine Mannschaft aufbauen muss“. Das Team sei „ein kluges Gebilde, das speziell im Mittelfeld und auch im Offensivbereich viel Qualität besitzt“.
Doué lehnte Bayern ab
Zwei Namen, die für diese Qualität stehen, sind Désiré Doué (20) und Ousmane Dembélé (28). Beide Spieler standen einst auf dem Wunschzettel des FC Bayern. Über Rechtsaußen Doué verriet Rummenigge: „Den hätten wir gerne verpflichtet, er hätte uns sehr gut zu Gesicht gestanden. Aber er hat sich für Paris entschieden, weil er in seiner französischen Heimat bleiben wollte. Wir werden auch in der Zukunft mal den ein oder anderen Spieler nicht kriegen, weil woanders vielleicht mehr Geld gezahlt wird. Das muss man akzeptieren und ist Teil des Geschäfts. Wie man sieht, können trotzdem sowohl Paris als auch wir sehr ordentlich damit leben.“ Doué hat in dieser Saison in 35 Pflichtspielen zwölf Tore erzielt und sieben weitere vorbereitet.
Dembélé: Dortmund kam zuvor
Um Dembélé hatten sich die Münchner bemüht, als dieser noch bei Stade Rennes unter Vertrag stand. Rummenigge erinnerte sich: „Bei Dembélé war ich noch selbst (als Vorstandsvorsitzender; Anm. d. Red.) mit dabei. Wir und vor allem unser damaliger Sportdirektor Michael Reschke wollten ihn unbedingt verpflichten, aber leider ist uns damals Dortmund zuvorgekommen.“ Der Flügelspieler wechselte 2016 für 35 Millionen Euro zum BVB. Rummenigge fügte hinzu: „Dembélé spielte damals bei Stade Rennes. Die Klub-Besitzer waren gleichzeitig auch die Besitzer von Puma. Dortmund hatte zu dem Zeitpunkt einen Ausrüstervertrag mit Puma. Dementsprechend war klar, dass wir als Adidas-Klub da nicht unbedingt präferiert zum Zug kommen. Das war ein wunderbarer Spieler, aber wie man gesehen hat, ist er bei Dortmund auch schnell wieder Richtung Barcelona abgewandert. Er ist ohne Frage ein sehr guter Spieler, der aber auch gut geführt werden muss.“ Dembélé zog nach nur einem Jahr in Dortmund zum FC Barcelona weiter, der BVB ließ sich den Wechsel mit am Ende 148 Millionen Euro vergüten. 2023 wechselte Dembélé für 50 Millionen zu PSG, führte das Team vergangenes Jahr zum Champions-League-Triumph und sicherte sich den Titel als Weltfußballer.



