Beim Nations-League-Auftakt zwischen den Niederlanden und Deutschland am 24. September in Amsterdam wird bei den Gastgebern ein neuer Trainer auf der Bank sitzen. Bondscoach Ronald Koeman erklärte nach dem frühen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Marokko wie erwartet seinen Rücktritt und machte den Weg für einen Neuanfang frei.
Koeman: „Traum unerfüllt geblieben“
„Wir alle haben von einer Weltmeisterschaft geträumt, bei der wir Geschichte schreiben würden. Das ist nicht gelungen. Niemand ist darüber enttäuschter als ich“, erklärte Koeman in einer persönlichen Stellungnahme auf Instagram. Als Nationaltrainer trage er die Verantwortung. „Natürlich hätte ich meine Zeit bei Oranje am liebsten mit dem WM-Titel abgeschlossen. Der Traum ist leider unerfüllt geblieben. Aber insgesamt überwiegt der Stolz“, schrieb Koeman. Sein Statement las sich wie ein komplettes Ende seiner Trainerkarriere. Er wolle sich nun mehr um seine Familie kümmern, insbesondere um seine an Brustkrebs erkrankte Frau Bartina.
Rückzug nach heftiger Kritik
Koeman, der die Elftal von 2018 bis 2020 und dann erneut seit Anfang 2023 betreute, war nach dem dramatischen Aus im Elfmeterschießen gegen Marokko heftig kritisiert worden, weil er auf fünf Verteidiger gesetzt hatte. Der Wunsch nach begeisterndem Offensiv-Fußball ist in den Niederlanden stets allgegenwärtig.
Wer diesen künftig erfüllen soll, steht noch nicht fest. KNVB-Fußballboss Nigel de Jong muss nun schnell einen Nachfolger für Koeman suchen. „Mit dem Start der Nations League im September wissen wir, dass ein bisschen Eile geboten ist“, sagte der frühere Profi des Hamburger SV. „Aber gleichzeitig nehmen wir uns die Zeit, die nötig ist, um sorgfältig zur richtigen Entscheidung zu kommen.“
Viele Spekulationen – kommt Guardiola?
In den Medien wurden schnell Ex-Liverpool-Coach Arne Slot, Eindhovens Meistertrainer Peter Bosz, Leverkusens Kurzzeit-Trainer Erik ten Hag, die Ex-Profis Ruud van Nistelrooij und Michael Reiziger sowie sogar Pep Guardiola genannt. Der Spanier, der seine Zeit bei Manchester City gerade beendet hat, hatte in der Vergangenheit einmal gesagt, der Job als niederländischer Nationalcoach würde ihn reizen.
Wie realistisch ein Engagement des spanischen Star-Trainers ist, ist schwer einzuschätzen. Sollte sich Guardiola einen Job als Nationalcoach vorstellen können, wäre der frühere Bayern-Trainer sicher auch für den Deutschen Fußball-Bund interessant – sollte dieser sich zu einer Trennung von Nagelsmann entscheiden.



