Nagelsmanns WM-Kader: Wer fährt mit, wer bleibt zu Hause? Das aktuelle Barometer
Die Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada laufen auf Hochtouren. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat nach den beiden Siegen gegen die Schweiz und Ghana klare Fingerzeige gegeben, doch sein endgültiges Kader-Geheimnis wird erst am 12. Mai gelüftet. Ein umfassender Überblick zeigt, wer als sichere Turniersäule gilt, wer zu den Sorgenkindern zählt und welche Spieler noch um ihren Platz kämpfen müssen.
Die Torhüter-Situation: Sicherheiten und Verletzungssorgen
Im Tor haben Oliver Baumann und Alexander Nübel ihren WM-Platz als sicher eingestuft, natürlich immer unter dem Vorbehalt unvorhersehbarer Ereignisse wie Verletzungen. Dahinter haben Jonas Urbig und Finn Dahmen die besten Chancen, als dritter Torhüter mit zur WM zu reisen. Die größte Sorge bereitet Marc-André ter Stegen, der eigentlich als Nummer eins vorgesehen war, aber aufgrund seiner erneuten Verletzung ein wahres Wunder benötigt, um rechtzeitig fit zu werden.
Abwehr: Gesetzte Spieler und offene Positionen
In der Abwehr sind Kapitän Joshua Kimmich, die Innenverteidiger Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und Antonio Rüdiger sowie David Raum als gesetzt zu betrachten. Auch Waldemar Anton und Malick Thiaw besitzen gute Chancen auf eine Nominierung. Nathaniel Brown konnte sich bei diesem Lehrgang positiv in Szene setzen und Eigenwerbung betreiben. Offen scheint hingegen noch der Kampf um den Platz des Kimmich-Vertreters. Josha Vagnoman sammelte keine Pluspunkte, während die Leipziger Ridle Baku und Benjamin Henrichs weiter hoffen dürfen. Schwer wird es dagegen für Matthias Ginter, Yann Aurel Bisseck, Maximilian Mittelstädt und Robin Koch, die sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen müssen.
Defensives Mittelfeld: Stammspieler und Verletzungspech
Im defensiven Mittelfeld ragt Aleksandar Pavlovic als unumstrittener Stammspieler heraus. Aus Sicht des Bundestrainers ist Leon Goretzka dessen logischer Nebenmann. Felix Nmecha fällt aufgrund einer Verletzung aus, und die Zeit bis zur WM wird für ihn knapp. Angelo Stiller spielte in beiden Testspielen von Beginn an und kann auf eine Nominierung hoffen. Zudem rechnen sich Pascal Groß und Anton Stach Chancen aus. Nadiem Amiri muss nach seiner Verletzung erst wieder in Schwung kommen, während Robert Andrich im Verein zuletzt nicht überzeugen konnte. Mit Tom Bischof hat Nagelsmann zwar gesprochen, zieht aber Konkurrenten mit mehr Rhythmus und Erfahrung vor.
Offensive: Sorgenkinder und harte Auswahl
In der Offensive ist Jamal Musiala das größte Sorgenkind. Nicht, weil es plötzlich Zweifel an seinen Fähigkeiten gäbe, sondern weil er erst einmal fit werden muss, um für die WM infrage zu kommen. Kai Havertz, Florian Wirtz, Serge Gnabry, Leroy Sané, Nick Woltemade und Deniz Undav dürfen ihren Sommer in Übersee bereits planen und gelten als sicher. Von dem Trio Kevin Schade, Karim Adeyemi und Maximilian Beier will Nagelsmann nur einen, maximal zwei mitnehmen. Diesmal nominiert war nur Schade, gespielt hat er jedoch nicht – auch, weil das DFB-Spiel nicht auf Konter ausgelegt sei, wie Nagelsmann erklärte.
Jungstars und Außenseiter
Jamie Leweling und Chris Führich dürfen weiter hoffen, doch Jungstar Lennart Karl, der in beiden Spielen überzeugte und seine Position gewaltig verbesserte, hat nun die Nase vorn. Said El Mala dagegen dürfte es schwer haben. Assan Ouédraogo ist wegen seiner Verletzung ebenso wie Tim Kleindienst raus. Auch Jonathan Burkardt hat kaum Chancen, wenngleich Nagelsmann klarstellte: Wenn wir einen Spieler haben, der im April zwölf Tore schießt, ist die Chance groß, dass der noch mitfährt. Bei Niclas Füllkrug sieht es dagegen eher nicht nach einer Nominierung aus.
Die Entscheidungen von Julian Nagelsmann werden mit Spannung erwartet, denn der Kader für die WM 2026 verspricht eine Mischung aus erfahrenen Leistungsträgern und aufstrebenden Talenten. Die kommenden Wochen bis zur offiziellen Nominierung werden für viele Spieler entscheidend sein.



