Nagelsmanns erste Bedenken: Musialas Kampf um den WM-Startplatz
Die deutschen Fußballfans setzen große Hoffnungen auf das junge Offensiv-Duo Florian Wirtz (22) und Jamal Musiala (23) für die anstehende Weltmeisterschaft. Doch Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) lässt nun erstmals vorsichtige Zweifel durchblicken, ob Musiala tatsächlich rechtzeitig in Gala-Form für einen Startelf-Einsatz bei der WM kommen wird.
Der Zeitdruck wird größer
Vor dem Länderspiel gegen die Schweiz betonte Nagelsmann deutlich: „Er hat nicht mehr so viel Zeit. Ich traue es ihm zu, dass er auf 100 Prozent kommt. Aber er hat jetzt acht Wochen, bis er dann schon bei 100 Prozent sein muss.“ Der Bundestrainer verwies dabei auf die starke Konkurrenz in der Offensive und machte klar, dass Musiala wie alle anderen Spieler bereits in den Vorbereitungsspielen volle Leistung zeigen müsse.
Eigentlich gilt der Bayern-Star als gesetzt für die Startformation, doch dafür benötigt er absolute Topform. Die Verletzungssorgen sind berechtigt: Nach seiner schweren Verletzung bei der Klub-WM und der anschließenden Sprunggelenks-Operation war Musiala lange außer Gefecht. Auch nach seinem Comeback im Frühjahr fand er nur schwer zurück in den gewohnten Rhythmus.
Der harte Weg zurück
Aktuell fehlt Musiala der Nationalmannschaft wegen einer Schmerzreaktion im operierten linken Sprunggelenk. Experten betonen, dass es sich dabei um eine normale Nachwirkung im Heilungsprozess nach einer schweren Verletzung handelt und keine neue strukturelle Verletzung vorliegt.
Der Wunsch aller Beteiligten ist eindeutig: Musiala soll nicht nur bei der WM im Sommer glänzen, sondern auch dem FC Bayern in der entscheidenden Saisonphase helfen. Nach Informationen arbeitet der Spieler bis zu acht Stunden täglich an seinem Comeback. Sein Ziel sind die Champions-League-Duelle gegen Real Madrid Anfang April, doch selbst beim FC Bayern geht niemand davon aus, dass er dann bereits wieder bei 100 Prozent sein wird.
Training unter Hochdruck
Am Donnerstag stand Musiala endlich wieder auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße in München. Zunächst absolvierte er Laufrunden, anschließend folgten Koordinationsübungen – teilweise bereits mit Ball. Schritt für Schritt will er zu alter Stärke zurückfinden, wobei jedes Spiel in den verbleibenden Bundesliga-Partien entscheidend sein könnte.
Für Bayern sind diese Spiele sportlich weniger brisant, da der Verein neun Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund hat. Doch für Musiala persönlich könnte jede Minute Spielpraxis den Unterschied machen. Der Countdown zur WM läuft unerbittlich, und die Frage bleibt: Schafft es der Dribbel-Künstler, rechtzeitig seine magische Form zurückzugewinnen?



