Nagelsmann ruft zur Fokussteigerung vor Elfenbeinküste-Spiel auf
Nagelsmann: Jede Sekunde nutzen vor Elfenbeinküste

Nach dem lockeren 7:1-Erfolg gegen Curaçao ist die kurze Verschnaufpause für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vorbei. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat die Zügel wieder angezogen und den Fokus voll auf den kommenden Gegner gerichtet. Am Samstag (22.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) trifft das DFB-Team in Toronto auf die Elfenbeinküste, die ebenfalls ihr Auftaktspiel gewinnen konnte. Für Nagelsmann steht fest: „Wir müssen jeden Moment nutzen, um Entwicklungsschritte zu gehen.“

Keine Zeit für Müßiggang

Nach der Erholungsphase mit Familienbesuchen und Ausgang dreht sich im DFB-Quartier in Winston-Salem wieder alles um den Sport. „Wir bereiten uns konzentriert vor“, betonte Nagelsmann. Der 38-Jährige sieht nach dem zehnten Länderspielsieg in Serie keinen Grund, die Füße hochzulegen. „Nichts funktioniert bei einer Weltmeisterschaft von selbst“, mahnte er. Stattdessen gelte es, Abläufe und Automatismen im Training weiter einzuschleifen und zu verfestigen.

1.000 Tage als Bundestrainer: Nebensache für Nagelsmann

Auf seine 1.000-Tage-Marke als Bundestrainer angesprochen, zeigte sich Nagelsmann gelassen: „1.000 Tage sind schön, da freue ich mich drüber. Habe ich gar nicht gewusst, danke für die Info. Es geht aber tatsächlich nicht um mein Ziel, sondern es geht um unser Ziel, dass wir eine gute WM spielen.“ Der Coach ist nach dem verheißungsvollen Turniereinstieg zuversichtlich: „Ich finde schon, dass wir auf einem guten Weg sind. Trotzdem gibt es Dinge, die wir besser machen müssen gegen noch bessere Gegner. Aber das sind Dinge, die möglich und umsetzbar sind.“

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Herausforderung Elfenbeinküste

Die Mannschaft von der Elfenbeinküste, die in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 30 geführt wird, stellt eine ganz andere Herausforderung dar als Curaçao. Ursprünglich hatte Nagelsmann sie als Testspielpartner auf dem Weg zur XXL-WM vorgesehen. Nach der Gruppenauslosung wurde im März gegen Ghana getestet, das nur knapp mit 2:1 durch ein spätes Tor von Deniz Undav besiegt wurde. Joshua Kimmich warnt: „Die Elfenbeinküste hat spektakuläre Spieler in der Offensive, die gut sind im Umschalten.“ Der Kapitän sieht in den Spielen gegen die Ivorer und Ecuador „zwei große Herausforderungen“, ist aber selbstbewusst: „Ich glaube, dass wir auch sehr viele Stärken haben, um beiden Gegnern wehzutun.“

Offensivstärke als Trumpf

Mit der 7:1-Gala gegen Curaçao zog Deutschland mit 239 WM-Toren am bisherigen Rekordhalter Brasilien (238) vorbei. Kimmich spürt einen großen Erfolgshunger im Team: „Bis auf Manu hat noch keiner was gewonnen mit der Nationalmannschaft“, sagte er mit Blick auf Manuel Neuer. „Der Schlüssel“, um zwölf Jahre später wieder Großes zu erreichen, liege darin, „dass man auch während des Turniers nicht vergisst, hart zu trainieren.“

Alle Spieler im Boot halten

Für Nagelsmann und Kimmich ist es wichtig, den gesamten Kader einzubinden. Gegen Curaçao wechselte der Bundestrainer mehrfach, „um auch andere Spieler zu belohnen“. Edeljoker Undav, der drei Scorerpunkte beisteuerte, erhielt ebenso Einsatzminuten wie Antonio Rüdiger, Leon Goretzka, David Raum und Waldemar Anton. „Es ist wichtig für uns, dass alle auf Spannung bleiben“, betonte Kimmich. Alle müssten weiter mit vollem Einsatz an Stärken und Schwächen arbeiten. „Da haben wir noch was zu tun.“

Spezialauftrag für Nathaniel Brown

Eine besondere Aufgabe kommt dem Frankfurter Nathaniel Brown zu. Der Highspeed-Verteidiger soll den pfeilschnellen Flügelstürmer Yan Diomande von RB Leipzig stoppen, der im DFB-Tross als größte Bedrohung gilt. Kimmich lobte Diomandes Entwicklung: „Er hat eine brutale Entwicklung genommen. Vor einem Jahr hat ihn kaum jemand gekannt. Sein Dribbling ist schon außergewöhnlich. Er hat so ein Start-Stopp-Dribbling. Er beschleunigt extrem, bremst den Gegner dann aus.“ Doch die Elfenbeinküste sei mehr als nur Diomande: „Sie haben auch noch andere gute Spieler. Deswegen müssen wir uns sehr gut vorbereiten.“

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