Mykhailo Mudryks Absturz: Dopingfall und Olympia-Gerüchte
Mudryks Absturz: Dopingfall und Olympia-Gerüchte

Nach Monaten der Ungewissheit kommt wieder Bewegung in den Fall Mykhailo Mudryk. Der 25-jährige Ukrainer beteuert weiterhin seine Unschuld und hofft auf den Beispielfall Paul Pogba. Sein Absturz, der auf dem Heidenheimer Schlossberg begann, bleibt dennoch beispiellos.

Der Beginn des Absturzes auf dem Heidenheimer Schlossberg

Der 28. November 2024 war für den 1. FC Heidenheim ein besonderer Tag: Mit dem FC Chelsea stellte sich ein internationales Schwergewicht auf dem Heidenheimer Schlossberg vor. Ein Highlight-Spiel für Trainer Frank Schmidt und sein Team. Ein anderer wird diese Partie ebenfalls in Erinnerung behalten – allerdings nicht in guter. Mykhailo Mudryk absolvierte am Schlossberg sein 73. und vorerst letztes Pflichtspiel für die Blues. Sein Traumtor zum 2:0-Endstand aus Londoner Sicht war sein zehnter Treffer im blau-weißen Trikot, nachdem er im Januar 2023 für 70 Millionen Euro von Schachtar Donezk nach England gewechselt war.

Laut Informationen der BBC kam Mudryk im Oktober 2024 während seines Einsatzes für die ukrainische Nationalmannschaft mit dem Herz-Kreislauf-Medikament in Kontakt, welches die Atemkapazität und Ausdauer steigern kann. „Ich weiß, dass ich nichts Falsches getan habe, und ich hoffe, dass ich bald wieder auf dem Platz stehen kann“, rechtfertigte sich Mudryk damals und beteuerte zugleich, die entsprechende Substanz „nie wissentlich“ eingenommen zu haben.

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Mudryk: Olympiateilnahme und Online-Spiel-Fanatiker

Wenige Tage später wurde der Ukrainer vorläufig gesperrt, da in einer im Oktober 2024 entnommenen Urinprobe Melodonin nachgewiesen wurde. Die seit 2016 von der Welt-Anti-Doping-Agentur verbotene Substanz soll die Ausdauer steigern. Mudryk selbst bezeichnete den Fund als „völligen Schock“. Anschließend wurde es sehr ruhig um den schnellen Angreifer. Auf seinen Social-Media-Profilen gab es kaum Aktivitäten und lediglich einige Gerüchte rankten sich um den Ukrainer. So soll er unter anderem für eine Olympiateilnahme in der Leichtathletik mit der ukrainischen 4×400-Meter-Staffel trainiert haben. Bestätigt wurde dies allerdings nicht.

Training bei einem Siebtligisten

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er im Mai 2025 in Breslau, als er privat das Finale der Conference League besuchte, in dem der FC Chelsea durch einen Sieg über Real Betis den Titel holte. Nebenbei soll sich der Fußballprofi, wie es seine Sperre verlangt, fernab der Einrichtungen des FC Chelsea fitgehalten haben. Ein enger Freund des Ukrainers bestätigte der BBC, dass Mudryk mehrmals pro Woche für einige Stunden einen Platz des Siebtligisten FC Uxbridge mietet, um sich auf die Rückkehr in den Profifußball vorzubereiten.

Nach Monaten der Undurchsichtigkeit und des Unwissens kam jetzt wieder Bewegung in den Fall. Wie ein Sprecher des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) mitteilte, wurde Mudryk vom englischen Fußballverband mit der Höchststrafe von vier Jahren belegt. Da er bereits eineinhalb Jahre davon verbüßt hat, wäre eine Rückkehr frühestens im Dezember 2028 möglich.

Mudryk hofft auf Pogba-Anwälte

Mudryk selbst wehrt sich nun erneut gegen die Vorwürfe. „CAS bestätigt, dass es eine Beschwerde von Mykhailo Mudryk gegen die FA erhalten hat, die am 25. Februar 2026 eingereicht wurde. Die Parteien tauschen derzeit schriftliche Stellungnahmen aus, und ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest“, heißt es in einer der BBC vorliegenden Mitteilung. An seiner Seite weiß der Ukrainer prominenten rechtlichen Beistand. Er wird nun von der derselben Anwaltskanzlei vertreten, die bereits Paul Pogba während dessen Dopingverfahrens vertreten und den Franzosen erfolgreich vor jener Höchststrafe von vier Jahren bewahrt hatte. Pogbas Sperre wurde nach dem Einspruch auf lediglich 18 Monate reduziert, da ihm kein Vorsatz nachgewiesen werden konnte. Darauf hofft jetzt auch Mudryk.

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