Kurioses Remis in Wolfsburg: Nationalspielerinnen in ungewöhnlichen Positionen
Die Frauen des VfL Wolfsburg haben in der Fußball-Bundesliga ein außergewöhnliches und kurioses 3:3 (1:1) gegen Union Berlin erreicht. In einem von ungewöhnlichen Ereignissen geprägten Spiel standen gleich drei deutsche Nationalspielerinnen im Mittelpunkt des Geschehens, darunter Kapitänin Janina Minge, die in der Schlussphase unvermittelt die Rolle der Torhüterin übernehmen musste.
Ein Nachmittag voller Überraschungen und Wendungen
Das Team von Trainer Stephan Lerch, das zwischen den beiden Champions-League-Viertelfinalspielen gegen OL Lyon antrat, kam trotz großer Anstrengungen nicht über ein Unentschieden hinaus. Bereits am kommenden Spieltag könnte der Rivale FC Bayern München die nächste Deutsche Meisterschaft feiern, was die Bedeutung des Punktgewinns für Wolfsburg unterstreicht. Lerch hatte nach dem 1:0 im Hinspiel gegen Lyon viele Stammspielerinnen geschont, was zunächst zu einem mangelnden Spielfluss führte.
Die erste Überraschung des Tages ereignete sich kurz vor der Pause, als die Norwegerin Guro Bergsvand im eigenen Strafraum den Ball verlor und Union Berlin durch Hannah Eurlings in Führung ging (43. Minute). Doch noch vor dem Halbzeitpfiff glich Nationalspielerin Janina Minge mit einem sehenswerten Volleyschuss in den rechten Winkel aus (45.+1 Minute).
Dramatische zweite Halbzeit mit unerwarteten Entwicklungen
In der zweiten Hälfte wechselte Lerch einige Stammkräfte ein, darunter Camilla Küver in der 57. Minute. Nur fünf Minuten später führte ein missglückter Rückpass von Küver auf Torhüterin Stina Johannes zu einem Eigentor, das Union erneut in Führung brachte (62. Minute). Als Jenny Hipp nach einem Eckball den dritten Treffer für die Berlinerinnen erzielte (78. Minute), schien die Niederlage für Wolfsburg besiegelt.
Doch die Wölfinnen gaben nicht auf. Küver verkürzte in der 84. Minute, doch die Hoffnung auf einen Ausgleich schien zu schwinden, als Torhüterin Johannes in der 87. Minute nach einer ungestümen Notbremse die Rote Karte sah. Da Wolfsburg bereits alle fünf Wechsel aufgebraucht hatte, musste Kapitänin Janina Minge überraschend ins Tor rücken.
Spannendes Finale mit spätem Ausgleich
Aus der eigenen Hälfte beobachtete Minge, wie ihre Mannschaft trotz der Unterzahl weiter auf den Ausgleich drückte. In der fünften Minute der Nachspielzeit wurde diese Beharrlichkeit belohnt: Nach einer präzisen Flanke von Svenja Huth stand Judit Pujols am zweiten Pfosten frei und drückte den Ball über die Linie zum 3:3-Endstand. Die Erleichterung bei Camilla Küver, Stina Johannes und Janina Minge war besonders groß nach diesem kuriosen Punktgewinn.
Nun konzentriert sich Wolfsburg voll auf das kommende Champions-League-Rückspiel am Donnerstag, wo der knappe 1:0-Vorsprung gegen Lyon verteidigt werden muss, um erstmals seit 2023 wieder ins Halbfinale des europäischen Elitewettbewerbs einzuziehen.



