Dynamo Dresdens Konrad Faber: Tempomarke für Stammplatz - 'Dann brichst du halt mal die Nase!'
Die Viererkette von Dynamo Dresden präsentiert sich in der Rückserie der 2. Bundesliga völlig verändert – sowohl leistungstechnisch als auch optisch. Im Vergleich zum Saisonauftakt stehen vier neue Gesichter in der Abwehr, was für etablierte Spieler wie Sascha Risch (25) und Konrad Faber (28) den Verlust ihrer Stammplätze bedeutet. Die einst gefürchtete Flügelzange existiert nicht mehr, beide Außenverteidiger finden sich nun auf der Bank wieder.
Faber: Herausforderer mit Offensivdrang und Geschwindigkeit
Konrad Faber reagiert auf seine neue Rolle mit einer Mischung aus Realismus und Kampfgeist. „Die Ergebnisse zum Jahresstart waren auch super. Ich mache mir trotzdem keine Sorgen, bin Herausforderer“, erklärt der 28-Jährige. „Die Zeit, die ich bekomme, will ich nutzen und zeigen, was ich kann. Ich weiß, was ich dem Team geben kann, vor allem mit meiner Geschwindigkeit und dem Offensivdrang. Da bin ich mir sicher, dass das noch gebraucht wird und ich wieder spielen werde.“
Seine Geschwindigkeit ist tatsächlich ein beeindruckendes Argument: Bei der Nullnummer in Hannover legte Faber den schnellsten Sprint auf dem Feld hin und wurde mit 33,76 km/h gemessen. „Der ging noch, ich war da gar nicht bei 100 Prozent“, scherzt die Leihgabe vom FC St. Gallen, um dann ernsthaft hinzuzufügen: „Insgesamt sollte ich schon mal wieder 35 km/h rennen!“
Keine Angst vor großen Gegnern
Vor dem Flutlicht-Kracher der 2. Bundesliga am Freitagabend gegen Darmstadt 98 lässt sich Faber auch von den körperlich überlegenen Gegenspielern nicht einschüchtern. Mit Patric Pfeiffer (1,96 m), Matej Maglica (1,98 m) und Aleksandar Vukotic (2,01 m) erwarten ihn echte Riesen. „Mann, dann brichst du dir halt mal die Nase. Da gibt es Schlimmeres im Leben“, meint der gebürtige Schwarzwälder lässig. „Als kleinerer Spieler musst du eben noch mehr kämpfen und reinlegen, weil du körperlich unterlegen bist.“
Seine gute Laune lässt er sich davon nicht verderben. „Ich bin heute Morgen zum Training gefahren, die Sonne hat durch die Scheibe gebrutzelt. Da hat man schon erste Frühlingsgefühle“, grinst Faber. „Ich hatte Phasen, die super waren und welche, wo das Glück mal bei 50:50 nicht auf deiner Seite liegt. Das ist meine Art und Weise, wie ich das Leben angehe. Mein Beruf ist Hobby und Spaß für mich.“
Risch kämpft sich zurück
Während Faber nach seinen Einwechslungen oft als Stabilitätsfaktor agiert und dicht am Startelf-Platz von Jonas Sterner (23) dran ist, gestaltet sich die Situation für Sascha Risch deutlich schwieriger. Nach einer schweren Schulterverletzung muss sich der linke Außenverteidiger gedulden. „Ich freue mich über jede Minute. Es war schwer nach der Schulter-Verletzung. Alex Rossipal macht es sehr gut. Ich muss abwarten“, erklärt Risch.
Dennoch fühlt sich der Bankplatz für ihn genauso hart an, auch wenn er sich erst wieder in Form bringen musste. „Auch wenn ich länger raus war, will ich jetzt spielen. Ich bin jetzt ja fit. Also, das macht keinen großen Unterschied. Man kann die Gründe dann auch nicht ewig aus der Verletzung ziehen. Deshalb versuche ich, Gas zu geben. Und wenn es mich braucht, bin ich da.“ Vielleicht kann er sich dabei einfach an Kollege Faber an die Fersen heften.



