Klose rechnet nach Dresden-Niederlage ab: 'Viel zu träge' - Nürnbergs Trainer kritisiert Spieler scharf
Das 0:2 gegen Dynamo Dresden ist für Miroslav Klose in keiner Weise akzeptabel. Der Trainer des 1. FC Nürnberg prangert im entscheidenden Saisonendspurt der 2. Fußball-Bundesliga die Art und Weise der Niederlage an und zeigt sich tief enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft.
Verärgerter Trainer verzichtet auf Schiedsrichter-Kritik
Miroslav Klose war nach dem mauen Auftritt seiner Mannschaft so angefressen, dass er nicht einmal über eine möglicherweise ausgebliebene Rote Karte für den Gegner schimpfen mochte. 'Ich bin davon überzeugt: Auch wenn wir mit einem Mann mehr gespielt hätten, wäre es heute schwer geworden, so wie wir gespielt haben', grantelte der 47-jährige Trainer nach der Heimpleite gegen den Abstiegskandidaten Dynamo Dresden.
Beim Stand von 0:0 hatte es eine Aufreger-Szene gegeben, als der pfeilschnelle Mohamed Ali Zoma nach einem energischen Zweikampf an Julian Pauli vorbeizog und der Dynamo-Verteidiger ihn zu Fall brachte. Schiedsrichter Felix Bickel winkte jedoch sofort ab, der Video-Assistent griff nicht ein. 'Natürlich kann man das auch anders pfeifen', sagte Klose zu der Szene in der ersten Halbzeit. 'Aber die Schuld beim Schiedsrichter zu suchen, da bin ich immer der Allerletzte', führte der Nürnberger Trainer aus.
Klose kreidet träge Leistung an
Die Schuldfrage beantwortete Klose am Samstagabend im ausverkauften Max-Morlock-Stadion eindeutig anders. Der Trainer kreidete seinen Profis die 'völlig verdiente' Niederlage beim Hochrisikospiel an. 'Es war viel zu träge von uns. Dresden war auch vom Kopf her einen Schritt schneller und aktiver. Es geht darum, wer es mehr will. Und das haben wir nicht gesehen von meiner Mannschaft', klagte der ehemalige Nationalstürmer.
Spielmacher Julian Justvan stimmte seinem Trainer vollumfänglich zu: 'Das war einfach zu wenig.' Dabei ist die Saison mit 37 Punkten noch nicht gelaufen. 'Jedem muss bewusst sein, dass es noch nicht vorbei ist', mahnte der 28-Jährige.
Eigentor und Kontertor besiegeln Niederlage
Gegen Dresden schlug sich der 'Club' auch noch selbst. Henri Koudossou leitete die Niederlage mit einem Eigentor in der 55. Minute ein. 'Ich bin extrem sauer auf mich. Das war einfach komplett unnötig. Ich hätte den Ball mit links klären können. Es tut mir leid für die Mannschaft', sagte der Außenverteidiger.
Nach einer Ecke fing sich die weit aufgerückte FCN-Elf dann noch ein Kontertor von Ben Bobzien zum 0:2 ein (83.). 'Wir wissen, dass wir mal ein Spiel verlieren können. Aber die Art und Weise ist immer das Entscheidende', rügte Klose.
Justvan benennt Kernproblem des Teams
Spielmacher Justvan wurde nach dem 'Club'-Aussetzer grundsätzlich. 'Es kann nicht sein, dass wir immer nur gut spielen, wenn wir müssen', sagte der Mittelfeldspieler zu einem zentralen Problem des Nürnberger Teams. 'Wir wollen uns weiterentwickeln, auch mit Blick auf die kommende Saison. Und der Trend sollte bei einer Entwicklung stetig nach oben gehen. Bei uns geht es auf und ab.'
Die Niederlage gegen den Abstiegskandidaten Dynamo Dresden hinterlässt beim 1. FC Nürnberg tiefe Spuren. Trainer Miroslav Klose fordert von seiner Mannschaft im Saisonendspurt deutlich mehr Einsatz und Leidenschaft, um die noch ausstehenden Spiele erfolgreich zu gestalten.



