Kölns neuer Chef-Coach vor gewaltiger Herausforderung
Der FC Köln befindet sich in einer kritischen Phase zwischen drohendem Absturz und möglicher Rettung. Nach der Freistellung von Ex-Trainer Lukas Kwasniok (44) wartet eine immense Aufgabe auf dessen Nachfolger René Wagner (37). Der neue Cheftrainer startete am Montag mit der Mannschaft in die Vorbereitung auf sein erstes Spiel am Ostersonntag (17.30 Uhr) in Frankfurt. Mit nur zwei Siegen aus den letzten 18 Begegnungen muss Wagner dringend die Wende einleiten.
Fünf zentrale Baustellen für den neuen Trainer
1. Druck von der Mannschaft nehmen
Wagner hat die Drucksituation selbst thematisiert: „Wir haben eine Drucksituation. Und natürlich ist es meine Aufgabe, den Druck von den Spielern weitestgehend zu lösen.“ Sein Ansatz: Er setzt auf positive Stimmung und einen neuen Spaßfaktor. Im Training scherzt er intensiv mit Spielern und Co-Trainern, sucht den persönlichen Kontakt und versucht durch gezielte Übungsauswahl eine lockere Atmosphäre zu schaffen, die Gedanken an den Abstiegskampf verdrängt.
2. Die Stars motivieren und integrieren
Viele Profis fühlten sich unter Kwasniok vernachlässigt – zu wenig Beachtung, mangelnde Kommunikation und öffentliche Kritik ließen Spieler wie Waldschmidt, Heintz, Kainz oder Huseinbasic am Ende isoliert dastehen. Für sie bedeutet Wagner eine neue Chance, möglicherweise sogar ein Glücksfall. Doch der Trainer betont: „Es gibt auch Spieler, die super zufrieden waren, eine tragende Rolle gespielt haben und sich jetzt fragen, was aus ihnen wird. Um die gilt es sich auch zu kümmern.“ Leistungsträger und Kwasniok-Lieblinge wie Kaminski, Sebulonsen, Krauß und zuletzt Ache müssen ebenfalls bei Laune gehalten werden.
3. Stabilität im Spielsystem schaffen
Der FC Köln hat diese Saison erst dreimal ohne Gegentor gespielt und kassierte allein in den letzten sieben sieglosen Spielen 15 Treffer. Ein Hauptgrund: die unter Kwasniok ständig wechselnden Formationen und Spielsysteme. Zuletzt setzte der Vorgänger auf eine Viererkette, um offensiv mehr Personal einsetzen zu können – ohne Erfolg. Wagner muss nun die Systemfrage klären und die oft willkürliche Rotation beenden. Die Mannschaft benötigt klare Leitplanken, wiederkehrende Abläufe und idealerweise nicht nur eine feste Achse, sondern eine eingespielte Startelf.
4. Die Verletzungsmisere eindämmen
Im Endspurt um den Klassenerhalt benötigt Köln jeden verfügbaren Spieler. Die Ausfälle von Leistungsträgern ziehen sich durch die gesamte Absturz-Saison – ein Luxus, den sich der Verein im Existenzkampf nicht leisten kann. Wagner muss bei der Trainingssteuerung und der Integration von Rückkehrern wie Thielmann, Castro-Montes, Schmied und Krauß besonders sensibel vorgehen und genau abwägen, was den Stars zugemutet werden kann.
5. Die Fans mitreißen und einbinden
Die Unterstützung der Fans und Ultras könnte im Abstiegskampf den entscheidenden Unterschied machen. Während die Mannschaft diesen Rückhalt genoss, verlor Kwasniok die Sympathien der Anhänger. Wagner muss nun eine Einheit schaffen und sicherstellen, dass die FC-Anhänger ihn, seine Mission und das Team vollumfänglich unterstützen.
Die Mission des neuen Trainers
Fünf gewaltige Baustellen erben von Kwasniok – doch wenn es Wagner gelingt, diese Probleme in den Griff zu bekommen, steht einer Rettung des FC Köln und einem langfristigen Engagement des Trainers nichts mehr im Wege. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der 37-Jährige die richtigen Lösungen für die kriselnde Mannschaft findet.



