Kahn lobt Baumanns Nervenstärke: WM als 'Endgegner' für DFB-Torhüter
Die Debatte um eine mögliche Rückkehr von Manuel Neuer in die deutsche Nationalmannschaft hat die Fußballwelt bewegt. Torwart-Legende Oliver Kahn zeigt sich nun beeindruckt davon, wie der aktuelle DFB-Torhüter Oliver Baumann mit dieser spekulativen Situation umgegangen ist.
Baumanns souveräner Umgang mit Drucksituationen
Oliver Kahn äußerte sich in der Sendung 'Triple – der Hagedorn-Fußballtalk' bei Sky voll des Lobes für Baumanns Leistungen. 'So wie er spielt, hat er bis jetzt jede Drucksituation super angenommen', sagte der ehemalige Nationaltorhüter. 'Auch die Geschichte als Manuel Neuer dann wieder in der Diskussion war. Da hat er keine Schwächen gezeigt. Er hat sein Ding gemacht.'
Die Diskussion um Neuer war entbrannt, nachdem Marc-André ter Stegen monatelang wegen einer Oberschenkelverletzung ausgefallen war. Der Bayern-Torhüter beendete die Spekulationen jedoch vergangene Woche selbst, indem er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekräftigte. Neuer hatte seine DFB-Karriere bereits nach der Heim-EM 2024 beendet.
Die WM als ultimative Herausforderung
Damit dürfte Oliver Baumann die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada als deutsche Nummer eins bestreiten. Kahn beschrieb diese Aufgabe als besondere Herausforderung: 'Eine Fußball-Weltmeisterschaft, das ist dann der Endgegner. Das ist natürlich noch mal eine ganz, ganz spezielle Situation.'
Der 35-jährige Torhüter von der TSG Hoffenheim steht damit vor der größten Bewährungsprobe seiner Karriere. 'Keiner von uns kann jetzt genau sagen, wie er damit umgehen wird', gab Kahn zu bedenken und hofft auf ein stabiles Nervenkostüm des Hoffenheim-Keepers.
Deutschland trifft in der WM-Gruppenphase auf Neuling Curacao am 14. Juni, die Elfenbeinküste am 20. Juni und Ecuador am 24. Juni. Diese Begegnungen werden erste wichtige Tests für Baumanns WM-Tauglichkeit sein.
Kahns Respekt für Neuers Entscheidung
Dass Manuel Neuer dem DFB für diese WM nicht zur Verfügung steht, ringt Oliver Kahn großen Respekt ab. 'Das ist eine Mörderbelastung', sagte der Europameister von 1996. 'Man sieht, wie schwierig das wird, wenn du älter wirst. Und das durchzuziehen, nochmal auf aller, allerhöchstem Level, ich glaube, da ist er sehr gut beraten, diese Entscheidung jetzt auch getroffen zu haben.'
Oliver Kahn selbst kann auf eine beeindruckende Nationalmannschaftskarriere zurückblicken. Zwischen Juni 1995 und Juli 2006 bestritt er 86 Länderspiele für Deutschland. Neben dem EM-Triumph 1996 in England wurde er 2002 Vizeweltmeister und erreichte 2006 im eigenen Land den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft.
Die aktuelle Situation zeigt, wie anspruchsvoll die Position des DFB-Torhüters ist. Während Baumann sich auf seine erste WM als Stammtorhüter vorbereitet, bleibt die Frage, wie er mit dem immensen Druck dieser globalen Veranstaltung umgehen wird. Kahns Erfahrungsschatz und seine Einschätzung der Situation geben dabei wertvolle Einblicke in die psychologischen Anforderungen an Spitzensportler auf dieser Ebene.



