Italiens WM-Albtraum: Das Triple des Scheiterns ist vollendet
In einer dramatischen Nacht in Zenica hat der viermalige Fußball-Weltmeister Italien erneut die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft verpasst. Das Team von Trainer Gennaro Gattuso unterlag Bosnien-Herzegowina im Elfmeterschießen mit 1:4, nachdem die reguläre Spielzeit 1:1 geendet hatte. Damit setzt sich eine verhängnisvolle Serie fort: Nach dem Aus gegen Schweden vor der WM 2018 und der Blamage gegen Nordmazedonien 2022 wird nun auch der Abend in Bosnien unrühmlich in Italiens Fußballgeschichte eingehen.
Frühe Führung, dann der Absturz
Angreifer Moise Kean hatte Italien bereits in der 15. Minute in Führung gebracht, wobei er von einem groben Patzer des bosnischen Torwarts Nikola Vasilj profitierte. Doch die anfängliche Euphorie währte nicht lange. Die entscheidende Wende kam in der 41. Minute, als Alessandro Bastoni die Rote Karte sah und Italien fortan in Unterzahl spielen musste.
Die Squadra Azzurra zog sich komplett in die Defensive zurück und beschränkte sich fast ausschließlich aufs Verteidigen. Trotz einer weiteren Großchance von Kean, der den Ball knapp über das Tor setzte, schoss Italien in der gesamten regulären Spielzeit nur zweimal auf das gegnerische Tor. Bosnien drängte dagegen unablässig auf den Ausgleich und wurde schließlich in der 79. Minute durch Haris Tabakovic von Borussia Mönchengladbach belohnt.
Elfmeterdrama zerstört italienische WM-Träume
Das Elfmeterschießen entwickelte sich zum absoluten Albtraum für die Italiener. Von drei Schützen vergaben gleich zwei - Francesco Esposito und Bryan Cristante - vom Punkt. Bosnien-Herzegowina um den erfahrenen Stürmer Edin Dzeko, der sich im Verlauf des Spiels verletzte, hielt dagegen nervenstark die Nerven und sicherte sich damit die zweite WM-Teilnahme der Landesgeschichte nach 2014.
"Das von Dzeko angeführte Bosnien bekommt es in der WM-Gruppe B mit der Schweiz, Katar und Co-Gastgeber Kanada zu tun", kommentierte ein Beobachter die historische Qualifikation des Außenseiters.
Weitere Dramen in der europäischen WM-Qualifikation
Neben Bosnien schafften auch andere Nationen auf den letzten Drücker den Sprung zum XXL-Turnier in Nordamerika:
- Türkei setzte sich mit 1:0 gegen Kosovo durch und qualifizierte sich damit für die dritte WM-Teilnahme nach 1954 und 2002
- Tschechien besiegte Dänemark im Elfmeterschießen mit 3:1 und verpasste den favorisierten Dänen damit das WM-Ticket
- Schweden gewann ein spektakuläres Spiel gegen Polen mit 3:2, womit Starstürmer Robert Lewandowski möglicherweise seine letzte WM-Chance verspielte
Das große Finale der europäischen Qualifikation
Damit stehen 47 der 48 Teilnehmer für das WM-Turnier vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada fest. Den letzten europäischen Startplatz ermitteln am Mittwochmorgen der Irak und Bolivien. Bereits qualifiziert hatten sich neben der deutschen Nationalmannschaft und Europameister Spanien unter anderem Belgien, England, Frankreich, Portugal und die Niederlande.
Für Italien bedeutet das erneute Scheitern jedoch eine historische Niederlage. Das Triple des WM-Aus in drei aufeinanderfolgenden Qualifikationen wird als eine der größten Krisen in der glorreichen Geschichte des italienischen Fußballs in Erinnerung bleiben. Während Bosnien-Herzegowina den emotionalen Triumph über den deutlichen Favoriten feiert, muss die Squadra Azzurra im Sommer 2026 zum dritten Mal in Folge bei der Weltmeisterschaft zuschauen.



