Italiens Fußball-Verbandschef Gravina nach dritter WM-Pleite unter massivem Rücktrittsdruck
Italiens Verbandschef Gravina nach dritter WM-Pleite unter Druck

„Inakzeptable Schande“: Politischer Sturm nach Italiens drittem WM-Aus in Serie

Die italienische Fußballnationalmannschaft hat zum dritten Mal in direkter Folge die Qualifikation für eine Fußball-Weltmeisterschaft verpasst. Diese historische Negativserie löst nun ein politisches Erdbeben aus und stellt FIGC-Präsident Gabriele Gravina massiv in Frage.

Politische Rücktrittsforderungen werden laut

Aus der Politik kommen unmittelbar nach dem erneuten Scheitern scharfe Forderungen. Die Lega, Italiens zweitstärkste Regierungspartei, veröffentlichte eine deutliche Pressemitteilung: „Wieder ausgeschieden, wieder keine WM für Italien: Das ist eine inakzeptable Schande. Der italienische Fußball muss neu gegründet werden und das muss mit dem Rücktritt von Gabriele Gravina beginnen.“ Die Partei macht damit den seit 2018 amtierenden Verbandschef direkt für die anhaltende Krise verantwortlich.

Gravina wehrt sich und beruft Vorstandssitzung ein

Gabriele Gravina zeigt sich in ersten Reaktionen jedoch uneinsichtig gegenüber den Rücktrittsforderungen. In italienischen Medien ließ er verlauten: „Wir haben den Vorstand des Fußballverbands für nächste Woche einberufen. Ich verstehe die Forderung nach sofortigen Rücktritten, aber solche Entscheidungen liegen gemäß Statuten beim Vorstand der Föderation.“ Gleichzeitig bat er Trainer Gennaro Gattuso, weiterhin im Amt zu bleiben.

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Der FIGC-Präsident übernimmt zwar eine gewisse Verantwortung: „Die objektive Verantwortung dieser Situation liegt beim Fußballverband, sie liegt bei mir.“ Er spricht von einer „großen Krise“, die eine Neugestaltung des italienischen Fußballs erfordere. Allerdings betont Gravina, dass nicht nur der Verband, sondern das gesamte System – Ligen und Vereine – betroffen sei und umfassende Überlegungen nötig seien.

Unsicherheit auch um Sportchef Gianluigi Buffon

Neben Gravina steht auch Sportchef Gianluigi Buffon nach dem 1:4 im Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina in der Kritik. Buffon äußerte sich zurückhaltend zu seiner Zukunft: „Wir müssen uns nach dieser Niederlage Zeit nehmen. Die Saison endet im Juni. In den nächsten drei Monaten werde ich weiterhin dem Verband zur Verfügung stehen, der mir Vertrauen gezeigt hat.“ Er räumte ein, dass die verpasste WM-Qualifikation schmerze und die Gefahr bestehe, „dass man wegen der Enttäuschung nicht rational reagiert.“

Die anhaltende WM-Flaute Italiens – nach den verpassten Turnieren 2022 und 2026 nun erneut – entwickelt sich zu einer fundamentalen Systemkrise. Während die Politik mit scharfer Kritik reagiert, sucht der Verband nach internen Lösungen. Die kommende Vorstandssitzung wird entscheidend sein für die weitere Ausrichtung des italienischen Fußballs und möglicherweise personelle Konsequenzen.

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