Irlands WM-Traum endet im Elfmeterschießen-Drama von Prag
Der Traum von der Fußball-Weltmeisterschaft hat für Irland ein tragisches Ende gefunden. In den WM-Playoffs unterlagen „The Boys in Green“ Tschechien mit 3:4 im Elfmeterschießen nach einem 2:2 in der regulären Spielzeit. Damit verpassen die Iren zum sechsten Mal in Folge die Endrunde einer Weltmeisterschaft – eine bittere Pleite, die die heimische Presse mit gebrochenen Herzen und scharfer Kritik quittiert.
„Sport ist wahrlich Müll“: Presse reagiert gekränkt
„Die irischen Herzen sind gebrochen. Sport ist wahrlich Müll.“ Mit diesen Worten fasste die Irish Times die Stimmung nach dem Ausscheiden zusammen. Die Art der Niederlage tut besonders weh: Irland lag in Prag früh mit 2:0 in Front, doch in der 86. Minute gelang den Tschechen der Ausgleich. Im Elfmeterschießen versagten dann die Nerven von Finn Azaz und Alan Browne am tschechischen Schlussmann Matej Kovar.
„Für eine ganze Generation irischer Fans und Spieler wird Prag nun zum Inbegriff des Elends werden“, schrieb der Irish Independent. „Zum Schauplatz eines Zusammenbruchs aus einer Lage heraus, die fast zu schön war, um wahr zu sein.“ Rund 6.000 mitgereiste irische Fans erlebten in der „Partystadt“ den „unerträglichsten Schmerz“.
Trainer Hallgrimsson in der Kritik
In den Fokus rückte nach der Niederlage auch der isländische Trainer Heimir Hallgrimsson. Der Irish Mirror kommentierte scharf: „Bleib lieber bei der Zahnmedizin, Heimir Hallgrimsson, du bist der Schuldige.“ Die Zeitung kritisierte sein „Missmanagement“ und seine „taktische Unfähigkeit“, die Irland teuer zu stehen gekommen sei.
Hallgrimsson, der tatsächlich früher als Zahnarzt tätig war, zeigte sich nach dem Spiel überraschend positiv: „Alle Statistiken und Kennzahlen rund um die Mannschaft haben sich verbessert. Deshalb bin ich zuversichtlich.“ Doch die Presse blieb bei ihrer Häme: „Wenigstens müssen wir nicht alle unsere Social-Media-Beiträge löschen, um in die USA einreisen zu dürfen“, spottete die Irish Times mit Blick auf die strengen Einreisebestimmungen des Co-Gastgebers der WM.
Spieler zeigen Solidarität
Star-Stürmer Troy Parott, der in der Eredivisie für Alkmaar glänzt, verteidigte seine Teamkollegen: „Ich habe sogar noch mehr Respekt vor ihnen, weil sie in dieser Situation die Verantwortung übernommen und einen Elfmeter geschossen haben. Das hätten sie nicht tun müssen.“ Doch die Worte können den Schmerz nicht lindern. Statt Irland tritt nun Tschechien im Endspiel um das WM-Ticket gegen Dänemark an – ein weiterer Stich für die irische Fußballnation.



