Historischer Triumph nach vier Jahrzehnten: Irak kehrt auf die WM-Bühne zurück
In einem atemberaubenden Playoff-Spiel hat sich der Irak nach 40 Jahren Abstinenz wieder für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Das Team besiegte Bolivien im WM-Stadion von Monterrey in Mexiko mit 2:1 (1:1) und komplettierte damit das Teilnehmerfeld der größten WM der Geschichte, die 2026 in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden wird. Alle 48 Nationen stehen nun fest.
Dramatischer Sieg gegen Bolivien trotz widriger Umstände
Die irakische Mannschaft musste sich unter außergewöhnlich erschwerten Bedingungen auf das entscheidende Spiel vorbereiten. Wegen des anhaltenden Iran-Krieges ist der irakische Luftraum seit Wochen gesperrt, was die Anreise nur über langwierige Umwege ermöglichte. Dennoch zeigte das Team mentale Stärke und kämpferischen Einsatz.
Die Tore für den historischen Erfolg erzielten Ali Al-Hamadi in der 10. Minute und Aymen Hussein in der 53. Minute. Für Bolivien gelang Moises Paniagua in der 38. Minute der Ausgleichstreffer. In einer langen Nachspielzeit mussten die Iraker noch eine intensive Schlussoffensive der Bolivianer überstehen, bevor mit dem Abpfiff der große Jubel ausbrach.
Australischer Trainer führt Irak zum Erfolg
Trainer Graham Arnold aus Australien und sein Team bewiesen außergewöhnliche Improvisationsfähigkeit angesichts der logistischen Herausforderungen. Die Vorbereitung war durch die politisch-militärische Situation massiv beeinträchtigt, doch die Mannschaft ließ sich nicht beirren.
Zum letzten Mal hatte der Irak 1986 an einer Fußball-WM teilgenommen. Seitdem war das Land trotz talentierter Spieler immer wieder knapp gescheitert, bis nun der lang ersehnte Durchbruch gelang.
WM-Gruppe mit anspruchsvollen Gegnern
Bei der WM im kommenden Sommer treffen die Iraker in Gruppe I auf anspruchsvolle Gegner:
- Zum Auftakt in Boston gegen Norwegen
- Danach in Philadelphia gegen WM-Mitfavorit Frankreich
- Zum Abschluss in Toronto, Kanada, gegen den Senegal
Boliviens WM-Durst dauert an
Für Bolivien geht die Zeit des Wartens auf eine WM-Teilnahme weiter. Die Südamerikaner hatten 1994 in den USA zum letzten Mal an einer Weltmeisterschaft teilgenommen. Damals bestritt Bolivien das Eröffnungsspiel gegen den damaligen Titelverteidiger aus Deutschland und verlor mit 0:1 durch ein Tor von Jürgen Klinsmann.
Die irakische Qualifikation ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein Symbol der Überwindung politischer und logistischer Hindernisse. Während Bolivien weiter auf seine Rückkehr zur Weltbühne warten muss, kann der Irak nun die Vorbereitung auf das Turnier in Nordamerika beginnen – hoffentlich unter besseren Bedingungen als während der Qualifikation.



