Infantino: Nahost-Konflikt und Trump prägen FIFA-Kongress
Infantino zwischen Nahost und Trump beim FIFA-Kongress

Der FIFA-Kongress in Vancouver wurde für Präsident Gianni Infantino zur politischen Gratwanderung. Eine erhoffte Versöhnungsgeste zwischen Israel und Palästina blieb aus, doch aus dem Weißen Haus erhielt er unerwartete Unterstützung. Infantino verkündete seine erneute Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten und darf sich in der Frage der WM-Teilnahme des Iran als Sieger fühlen.

Infantinos diplomatischer Balanceakt

Der 56-Jährige rang sich ein gequältes Lächeln ab, als sein Versuch, Vertreter Palästinas und Israels auf offener Bühne zu versöhnen, scheiterte. Dschibril Radschub, Präsident des Palästinensischen Verbandes, und Bassim Scheich Suliman, Vizechef des Israelischen Verbandes, standen unversöhnlich einige Meter voneinander entfernt. Ein bildstarker Handschlag blieb aus. „Wir werden zusammenarbeiten, lasst uns zusammenarbeiten, um den Kindern Hoffnung zu geben“, rief Infantino ihnen zu, bevor sie das Podium getrennt verließen.

Trump gibt grünes Licht für Iran

Doch wenig später durfte sich Infantino in einer anderen heiklen Frage als Sieger fühlen. Donald Trump erteilte seinem „Freund“ in der Entscheidung über eine WM-Teilnahme des Iran freie Hand. „Ich finde, lassen wir sie spielen“, verkündete Trump vom Schreibtisch im Oval Office. Die iranischen Funktionäre waren beim FIFA-Kongress abwesend, laut Medienberichten an der Grenze abgewiesen worden. Infantino betonte, dass der Iran trotz des Kriegs mit den USA im Sommer dabei sein werde. „Nun, wenn Gianni das gesagt hat, ist das für mich in Ordnung“, sagte Trump und schwärmte, Infantino sei fantastisch.

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Palästina zieht vor den CAS

Der Nahostkonflikt wird Infantino weiter beschäftigen. Die Palästinensische Fußballverband (PFA) zieht vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas, um eine Entscheidung des FIFA-Councils überprüfen zu lassen, Israels Verband nicht wegen angeblich diskriminierender Handlungen zu bestrafen. Der britische „Guardian“ kommentierte, dass Infantino zunehmend versuche, sich als internationaler Staatsmann darzustellen, doch der Austausch zwischen Radschub und Suliman verdeutliche die Grenzen seiner diplomatischen Fähigkeiten.

Infantinos Kandidatur für vierte Amtszeit

Infantino kündigte an, sich beim Kongress am 18. März 2027 im marokkanischen Rabat zur vierten Wahl als FIFA-Präsident zu stellen. „Ich bin geehrt und zugleich demütig“, sagte er. Da seine ersten knapp dreieinhalb Jahre als Nachfolger von Joseph Blatter nicht angerechnet werden, kann er erneut für vier Jahre bis 2031 wiedergewählt werden. Dies wäre laut Statuten seine letzte Amtszeit. Ein Gegenspieler ist nicht in Sicht; Verbände aus Südamerika, Afrika und Asien sagten bereits ihre Unterstützung zu.

DFB hält sich bedeckt

DFB-Chef Bernd Neuendorf vermied eine sofortige Wahlzusage und verwies auf die zuständigen Gremien. „Daher werden wir uns innerhalb des DFB und gemeinsam mit der DFL mit der Kandidatur beschäftigen und nach dem Ende der Bewerbungsfrist eine Entscheidung treffen“, sagte er. Das Verhältnis des DFB zur FIFA hat sich inzwischen entspannt.

Finanzielle Rekordzahlen

Infantino konnte stolz finanzielle Rekordzahlen verkünden. Die Zuwendungen aus dem Entwicklungsprogramm Forward an die Mitgliedsverbände für den Zeitraum 2027 bis 2030 steigen um 20 Prozent auf 2,7 Milliarden US-Dollar. Dies unterstreicht die wirtschaftliche Stärke der FIFA unter seiner Führung.

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