HSV-Verletztenkrise nimmt bedrohliche Ausmaße an
Die Personalsituation beim Hamburger SV wird immer prekärer. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen musste der Verein einen weiteren schweren Rückschlag verkraften. Flügelspieler Bakery Jatta zog sich eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel zu und fällt voraussichtlich für rund einen Monat aus.
Jatta-Verletzung belastet HSV-Kader zusätzlich
Die Verletzung ereignete sich in der 29. Spielminute des Bundesliga-Spiels. Nach einem beherzten Vorstoß über die rechte Seite und einer anschließenden Flanke fasste sich der 27-jährige Gambier sofort an den linken Oberschenkel. Nach einer kurzen Behandlung auf dem Rasen war für Jatta das Spiel beendet. Trainer Merlin Polzin zeigte sich nach dem Spiel besorgt: „Er hat bei der Auswechslung gesagt, dass er etwas gespürt und gehört hat. Das ist nicht ganz so schön“, erklärte der 35-Jährige.
Die Untersuchungen im Athleticum am Volkspark bestätigten am Donnerstag die Befürchtungen. Jatta leidet an einer Muskelverletzung im linken hinteren Oberschenkel. Der Verein rechnet mit einer Ausfallzeit von etwa vier Wochen. Eine Rückkehr ist frühestens beim Spiel gegen Augsburg am 4. April möglich – dem ersten Spiel nach der Länderspielpause.
Verletztenliste beim HSV wächst bedenklich
Bakery Jatta reiht sich damit in eine lange Liste verletzter HSV-Profis ein. Erst vor einer halben Woche war die Nachricht vom Ausfall von Vizekapitän Nicolas Capaldo bekannt geworden. Der Argentinier leidet an einer Bauchmuskelverletzung. Weitere Spieler auf der Verletztenliste sind:
- Alexander Rossing-Lelesiit (19) mit einer Syndesmose-Verletzung
- Albert Grønbaek (24) mit einer Faszien-Verletzung im Oberschenkel
Hinzu kommen mehrere Spieler, die gerade erst von Verletzungen zurückkehren. Albert Sambi Lokonga feierte nach einem Außenbandriss zuletzt zwei Joker-Einsätze. Fabio Baldé kehrte gegen Leverkusen nach einer Sehnenreizung im Oberschenkel erstmals wieder in den Kader zurück.
Besondere Vorsicht bei Poulsen und Dompé
Besonders im Blick behalten muss der HSV die Situation von Kapitän Yussuf Poulsen. Der 31-Jährige kämpft seit längerem mit hartnäckigen muskulären Problemen. Auch Jean-Luc Dompé wird regelmäßig von einer schmerzenden Achillessehne gebremst. Diese chronischen Beschwerden erfordern eine besonders behutsame Belastungssteuerung.
Das Problem für den Hamburger SV: Das Spiel gegen Leverkusen zeigte deutlich, dass der Kader zu viele Ausfälle auf Bundesliga-Niveau nicht ohne Qualitätsverlust kompensieren kann. Die Tiefe der Mannschaft wird auf eine harte Probe gestellt.
Dringend benötigte Entspannung der Lage
Aus Sicht des HSV sollte die Verletztenmisere möglichst schnell enden. Bereits am kommenden Samstag steht mit dem Auswärtsspiel in Wolfsburg die nächste Herausforderung an. Trainer Merlin Polzin muss kreative Lösungen finden, um die zahlreichen Ausfälle zu kompensieren und die Mannschaft wettbewerbsfähig zu halten.
Die anhaltende Verletztenwelle stellt den Hamburger SV vor erhebliche sportliche Herausforderungen. In einer Phase der Saison, in der jedes Spiel zählt, kann sich der Verein solche personellen Rückschläge kaum leisten. Die medizinische Abteilung des Clubs ist gefordert, die Rehabilitation der verletzten Spieler zu beschleunigen und gleichzeitig Rückfälle zu vermeiden.



