High Heels gegen Dzeko? Magdeburg-Trainer scherzt vor Schalke-Kracher
Am Samstagabend erwartet den 1. FC Magdeburg nicht nur der Kracher gegen Tabellenführer Schalke 04 in der Zweiten Bundesliga. Es kommt auch zum Wiedersehen zwischen Super-Stürmer Edin Dzeko und FCM-Trainer Petrik Sander – eine besondere Fußballgeschichte, die fast zwei Jahrzehnte zurückreicht.
Eine historische Begegnung mit Folgen
Am 6. Spieltag der Saison 2007/08 schoss die Stürmer-Legende Edin Dzeko ihr erstes Bundesliga-Tor. Damals noch im Trikot des VfL Wolfsburg traf der Angreifer gegen Energie Cottbus. Dessen Trainer hieß zu jener Zeit: Petrik Sander! Der Ost-Klub war ein Jahr zuvor aufgestiegen, doch nach der 1:2-Niederlage gegen Wolfsburg, eingeleitet durch Dzekos Tor, wurde Sander entlassen. Ein denkbar schlechtes Omen für den heutigen Magdeburg-Coach.
„Es ist schon verrückt, welche Geschichten der Fußball schreibt“, erinnert sich Sander an das erste Aufeinandertreffen, das für ihn „kein schönes“ gewesen sei. Fast zwanzig Jahre später steht der fast 40-jährige Dzeko nun im Trikot von Schalke 04 auf dem Platz und hat einen beeindruckenden Start hingelegt: In vier Zweitliga-Einsätzen gelangen dem 1,93-Meter-Brecher drei Tore und zwei Vorlagen.
Die Herausforderung der Luftzweikämpfe
Der Schalker Stürmer passt perfekt zum Spiel der Königsblauen: Keine Mannschaft in der Zweiten Liga gewann bislang mehr Luftzweikämpfe als Schalke 04 mit stolzen 536 gewonnenen Duellen. Hohe Bälle haben dem 1. FC Magdeburg in jüngster Vergangenheit oft Probleme bereitet, wie Trainer Sander einräumt.
Mit einem Augenzwinkern verrät der 65-Jährige seinen ungewöhnlichen Plan: „Ich habe schon überlegt, High Heels zu verteilen, damit wir zehn Zentimeter größer werden“, scherzt Sander. „Es gibt schon Mittel und Wege, um auch gegen größere Spieler in die Kopfballduelle zu gehen. Darin liegt der Schlüssel.“
Magdeburgs Auswärtsstärke als Hoffnungsträger
Nach der 0:2-Heimpleite gegen Arminia Bielefeld sollen nun wieder in der Fremde die Punkte her. In der Auswärtstabelle zeigt sich der FCM mit dem sechsten Platz durchaus respektabel. „Das Bielefeld-Spiel war nicht optimal – da muss man kein Fußball-Experte sein, um das zu sehen“, analysiert Sander nüchtern. „Es zählt in diesem Jahr nur der Klassenerhalt.“
Dennoch blickt der Trainer mit Vorfreude auf das Duell in Gelsenkirchen: „Schalke hat sich extrem gut verstärkt. Sie werden bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen.“ Verstecken will sich der 1. FC Magdeburg aber nicht: „Wir haben gar nichts zu verlieren. Die Zielstellungen liegen weit auseinander“, so Sander. „Wer sich in so einem Stadion messen darf – dafür spielt man Fußball. Ich betrachte das als richtig gute Gelegenheit, zu beweisen, wie gut wir sind.“
Das Wiedersehen zwischen Petrik Sander und Edin Dzeko verspricht somit nicht nur sportliche Spannung, sondern auch eine emotionale Fußballgeschichte, die am Samstagabend ihre nächste Kapitel erhält.



