Hertha BSC reagiert auf Dresdner Fan-Eskalation mit Trikot-Stopp
Die gewalttätigen Ausschreitungen beim Auswärtsspiel von Hertha BSC bei Dynamo Dresden haben konkrete Konsequenzen. Der Berliner Bundesligist hat den für Samstag geplanten Release eines Sondertrikots kurzfristig abgesagt. Hintergrund sind die massiven Vorfälle im Rudolf-Harbig-Stadion, bei denen es zu Pyro-Zündungen, Prügeleien zwischen Fanlagern und zahlreichen Verletzten kam.
Verein verurteilt Gewalt aufs Schärfste
Hertha BSC positioniert sich eindeutig gegen die Geschehnisse. „Die dortigen Vorfälle und jede Form von Gewalt verurteilen wir aufs Schärfste“, erklärt der Verein in einer offiziellen Stellungnahme. „Sie stehen in klarem Widerspruch zu den Werten, für die Hertha BSC als Verein steht.“ Das geplante Sondertrikot, an dem laut Klubangaben viele Menschen über Monate gearbeitet hatten, sollte eigentlich Gemeinschaft und Identifikation symbolisieren.
Umfangreiche Ermittlungen laufen
Die Dimension der Ausschreitungen wird durch aktuelle Zahlen deutlich:
- 24 Personen wurden durch Schlägereien zwischen Fans und Ordnern verletzt
- 13 weitere erlitten Verletzungen durch Polizei-Pfefferspray
- Bei Dynamo Dresden waren 350 gewaltbereite (Kategorie B) und 80 gewaltsuchende Fans (Kategorie C) anwesend
- Im Hertha-Block befanden sich ebenfalls 350 Kategorie-B- und 100 Kategorie-C-Fans
Die speziell eingerichtete Ermittlungsgruppe „Fahne“ mit 14 Beamten wertet derzeit mehr als 330 Gigabyte Videomaterial aus dem Stadion aus. Hertha BSC betont, dass der Verein „nicht zur Tagesordnung übergehen“ werde, bevor die Vorfälle nicht vollständig aufgeklärt sind.
Sondertrikot als Symbol für Werte
Die Entscheidung, das spezielle Trikot nicht wie geplant im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern zu präsentieren, fiel dem Verein besonders schwer. „Viele Menschen haben über Wochen und Monate Energie, Zeit und Herzblut in die Entwicklung und Vorbereitung dieses Trikots gesteckt“, so die offizielle Begründung. Der Klub betont, dass ein Sondertrikot für Zusammenhalt und Identifikation innerhalb des Vereins stehen solle – Werte, die sich aktuell nicht glaubwürdig vermitteln ließen.
Aussprache mit aktiver Fanszene gefordert
Hertha BSC kündigte an, eine intensive Aussprache mit der aktiven Fanszene zu suchen. Besonders kritisch sieht der Verein das Verhalten jener Anhänger, die aus dem Gästeblock in den Innenbereich des Stadions sprangen und sich dort mit Dynamo-Fans prügelten. Ein Teil der Berliner Fans soll zudem Pyros auf gegnerische Anhänger geworfen und geschossen haben. Der Verein macht deutlich, dass es „keine Extras für Berlins Fanszene“ geben werde, solange die Vorkommnisse nicht aufgeklärt sind.
Die Absage des Trikot-Releases sendet damit ein klares Signal: Hertha BSC distanziert sich entschieden von Gewalt im Fußballumfeld und setzt auf Konsequenz statt auf kurzfristige Vermarktungsinteressen.



