Hertha BSC bestätigt: Stefan Leitl bleibt Trainer trotz verpasstem Aufstieg
Die Mission Aufstieg in die Bundesliga ist für Hertha BSC in dieser Saison aller Voraussicht nach gescheitert. Sechs Spieltage vor Saisonende liegt der Berliner Traditionsverein fünf Punkte vom begehrten Relegationsplatz entfernt. Trainer Stefan Leitl hatte vor der Spielzeit noch voller Überzeugung erklärt, Hertha gehöre in die Bundesliga. Nun stellt sich die Frage nach der Zukunft des Trainers und des gesamten Vereins.
Vertrag bis 2027 bleibt bestehen
Fakt ist: Stefan Leitl (48) ist seit dem 17. Februar 2025 Trainer bei Hertha BSC und hat einen Vertrag, der bis zum Sommer 2027 datiert ist. Gleiches gilt für seinen Assistenten Andre Mijatovic (46). Die BILD weiß aus zuverlässigen Quellen: An dieser Vertragskonstellation wird sich nichts ändern, beide bleiben in ihren Ämtern.
Diese Entscheidung wird nicht nur durch die jüngste Aufholjagd mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen gestützt. Schon seit geraumer Zeit führen die Hertha-Verantwortlichen – darunter Vorstandschef Peter Görlich, Sportdirektor Benjamin Weber und Kaderplaner Bastian Huber – intensive Gespräche mit Stefan Leitl über die Planungen für die kommende Saison. Diese konstruktiven Dialoge wären nicht möglich, wenn die Vereinsführung nicht fest an eine gemeinsame Zukunft mit dem Trainer glauben würde.
Leitls Spielweise: Stärken und Schwächen
Fakt ist aber auch: Es müssen sich zahlreiche Dinge bei Hertha BSC ändern, beginnend bei der Spielweise. Der charakteristische Leitl-Fußball zeigt seine Stärken, wenn Hertha Räume vom Gegner erhält. In solchen Situationen funktioniert der schnelle Umschaltfußball mit individuell starken Spielern wie Maximilian Eichhorn, Josip Brekalo und Dodi Lukebakio Reese hervorragend.
Erwischen Herthas Künstler jedoch einen schlechten Tag, findet das Team häufig keine Lösungen und geht unter. Dies zeigte sich in deutlichen Niederlagen bei SC Paderborn (2:5), VfL Bochum (2:3), 1. FC Magdeburg (0:2) und Hannover 96 (2:3). An dieser Inkonsistenz muss Stefan Leitl in der Vorbereitung auf die nächste Saison intensiv arbeiten.
Umfassende Reformen im sportlichen Bereich notwendig
Aber nicht nur auf dem Platz sind Veränderungen erforderlich. Im gesamten sportlichen Bereich von Hertha BSC besteht erheblicher Verbesserungsbedarf. Die Akademie, das Scouting, die Kaderplanung und der medizinische Bereich müssen modernisiert und professionalisiert werden.
CEO Peter Görlich hat dies kürzlich deutlich angesprochen: „Wir müssen uns als Gesamtorganisation hinterfragen, ob wir in der Lage sind, mit diesen großen Zielen umzugehen. Dabei geht es nicht nur um eine Person. Wir haben klare strategische Ziele, und diese Ziele werden wir abarbeiten. Da werden wir genau hinschauen, um in ein anderes Szenario reinzukommen. Wir haben gesehen, an welchen Punkten wir Verbesserungsbedarf im Kader und in der Organisation haben.“
Interessanterweise zählt Trainer Stefan Leitl explizit nicht zu den Problembereichen. Stattdessen erhält er eine zweite Chance, Hertha BSC doch noch in die Bundesliga zu führen. Die Vereinsführung zeigt damit Kontinuität und Vertrauen in den Trainer, während gleichzeitig die strukturellen Grundlagen des Clubs reformiert werden sollen.



