Heftiger Gegenwind für Leroy Sané: Doppelpass-Experten kritisieren Nagelsmanns Entscheidung
Leroy Sané sucht weiterhin nach seiner einstigen Top-Form, doch die Geduld bei Experten und Fans scheint langsam aufzubrauchen. Nach einem erneut enttäuschenden Auftritt beim spektakulären Testspiel-Sieg der deutschen Nationalmannschaft in der Schweiz steht der Flügelspieler erneut im Fokus heftiger Kritik. Besonders deutlich wurde diese in der aktuellen Ausgabe des Doppelpass auf SPORT1, wo die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, Sané trotz schwacher Leistungen weiterhin das Vertrauen auszusprechen, auf großes Unverständnis stieß.
Alfred Draxler: "Ich kann es nicht verstehen"
SPORT1-Experte Alfred Draxler zeigte sich besonders ungehalten über die Ankündigung Nagelsmanns, Sané auch im anstehenden Länderspiel gegen Ghana von Anfang an einzusetzen. "Wenn ich gerade höre, dass Leroy Sané am Montag wieder von Anfang an spielt. Das kann ich nicht nachvollziehen, ich kann es nicht verstehen", kritisierte Draxler deutlich. Er verwies auf die jüngste Entwicklung des Spielers, der bei Galatasaray sogar seinen Stammplatz verloren habe und in der Champions League gegen Liverpool nur eine von vier Halbzeiten auf dem Platz stand.
Draxler zog eine ernüchternde Bilanz von Sanés Karriere: "Dieser Spieler bringt alles mit, was man braucht. Seine ganze Karriere ist begleitet von Hoffnung, aber er hat es nie gebracht". Der Experte stellte sogar in Frage, ob Sané überhaupt für die Nationalmannschaft nominiert werden sollte: "Ich würde ihn nicht einmal mitnehmen. Er enttäuscht immer wieder".
Stefan Effenberg setzt auf Lennart Karl
Auch SPORT1-Experte Stefan Effenberg äußerte massive Zweifel an Sanés aktueller Form und sprach sich stattdessen klar für Lennart Karl aus. "Er hat gezeigt, dass er den Unterschied machen kann. Vielleicht sollte man mal einen Vergleich zwischen Sané und Karl ziehen", forderte Effenberg. Der ehemalige Nationalspieler lobte insbesondere Karls Entwicklung beim FC Bayern, wo er sich trotz großer Konkurrenz durchgesetzt habe.
Effenberg betonte die Qualitäten des jungen Spielers: "Er hat in der Bundesliga und in der Champions League schon den Unterschied gemacht. Es ist nachvollziehbar, dass Nagelsmann ihn nominiert hat". In der halben Stunde Spielzeit, die Karl im Testspiel gegen die Schweiz erhielt, habe er seine Qualitäten deutlich unter Beweis gestellt und sehr gut gespielt.
Die Alternative steht bereit
Beide Experten sind sich einig, dass die Nationalmannschaft über genügend Alternativen auf der Flügelposition verfügt und Sané daher nicht automatisch spielen sollte. Effenberg brachte es auf den Punkt: "Ich nehme lieber einen Karl, der sich von der Bank keinen Kopf macht und dann wirklich den Unterschied machen kann". Draxler ergänzte kritisch: "In welchem Turnier hat er seine Leistung gezeigt?" und verwies damit auf Sanés bisherige internationale Turnierbilanz.
Die nächste Gelegenheit für beide Spieler, sich zu beweisen, kommt bereits am Montag. Dann trifft die deutsche Nationalmannschaft in Stuttgart auf Ghana. Während Sané versuchen muss, die anhaltende Kritik mit Leistung zu entkräften, hofft Lennart Karl auf weitere Einsatzzeiten, um seinen Anspruch auf einen Stammplatz zu untermauern. Die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann wird mit Spannung erwartet, besonders nach den deutlichen Worten aus dem Doppelpass.



