Die deutsche Nationalmannschaft ist im Sechzehntelfinale der Fußball-WM gegen Paraguay im Elfmeterschießen ausgeschieden. Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah vergaben ihre Versuche vom Punkt, während Paraguay alle bis auf einen Elfmeter verwandelte. Damit verliert Deutschland erstmals in der WM-Geschichte ein Elfmeterschießen. Das Spiel endete nach Verlängerung 1:1, wobei ein Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung wegen eines Fouls aberkannt wurde.
Havertz übernimmt Verantwortung
Kai Havertz, der in der regulären Spielzeit das Tor für Deutschland erzielt hatte, stellte sich nach dem Spiel den Reportern. „Was ich sagen kann, ist Entschuldigung. Wir sind natürlich auch alle enttäuscht, wir hatten uns viel vorgenommen in diesem Jahr“, sagte der Stürmer bei MagentaTV. „Wahrscheinlich hat nicht so viel gepasst, wenn man gegen Paraguay – bei allem Respekt – ausscheidet. In den Turnieren kommt es drauf an. Aber irgendwas hat uns immer gefehlt. Da müssen wir alle – der Trainer ausgeschlossen – uns an die eigene Nase fassen.“
Spielverlauf: Paraguay überrascht, Tahs Tor aberkannt
Paraguay ging in der ersten Halbzeit überraschend in Führung. Deutschland fand lange kein Rezept gegen die kompakte Abwehr der Südamerikaner. Nach der Pause drückte die DFB-Elf mehr, und Havertz gelang der Ausgleich. In der Verlängerung schien Jonathan Tah per Kopf nach einer Ecke von Robin Brown das 2:1 zu erzielen, doch Schiedsrichter Jayed entschied nach VAR-Check auf Foul von Anton an Torwart Gill. Eine Entscheidung, die für viel Diskussion sorgte – das Tor zählte nicht.
Elfmeterschießen: Drama in Boston
Das Elfmeterschießen entwickelte sich zum Krimi. Havertz eröffnete und scheiterte mit einem schwachen Schuss halbhoch links an Gill. Paraguay legte vor, doch Kimmich, Musiala und Amiri trafen für Deutschland. Woltemade scheiterte, aber Neuer hielt gegen Balbuena. Dann schoss Tah drüber, und Canale verwandelte zum 4:3 für Paraguay. „Was für ein Krimi“, kommentierte unser Reporter. „Deutschland bekommt, was es verdient hat – und jetzt ist das nur noch reine Nervensache.“
Nagelsmanns bitterste Stunde
Bundestrainer Julian Nagelsmann erlebte nach Einschätzung der Beobachter die bitterste Stunde seiner Karriere. „Möglicherweise noch schlimmer als die Entlassung beim FC Bayern seinerzeit“, hieß es. Die Mannschaft wirkte nach dem Spiel gefasst, aber tief enttäuscht. Die Zukunft des Trainers ist ungewiss, die Spieler forderten Selbstkritik ein. Havertz‘ Entschuldigung steht exemplarisch für die Stimmung im Team.
Statistik: Erstes verlorenes Elfmeterschießen bei einer WM
Deutschland hatte zuvor alle fünf Elfmeterschießen bei Weltmeisterschaften gewonnen (1982 gegen Frankreich, 1986 gegen Mexiko, 1990 gegen England, 2006 gegen Argentinien, 2010 gegen Argentinien). Die Niederlage gegen Paraguay ist die erste Pleite vom Punkt in der WM-Geschichte. Insgesamt trafen drei von sechs deutschen Schützen, während Paraguay vier von sechs verwandelte. Manuel Neuer hielt einen Elfmeter, konnte das Aus aber nicht verhindern.
Reaktionen und Ausblick
In den sozialen Medien und unter Fans machte sich Enttäuschung breit. Viele kritisierten die mangelnde Chancenverwertung und das Fehlen einer klaren Spielidee gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner. Die Zukunft der Nationalmannschaft steht nun im Fokus: Sind personelle Veränderungen nötig? Wie geht es mit Nagelsmann weiter? Die kommenden Wochen werden zeigen, ob das DFB-Team aus diesem Schock die richtigen Lehren zieht.



