Hansa Rostock feiert historischen Heimsieg im Aufstiegsrennen
Was für eine dramatische Partie in der Dritten Liga! Hansa Rostock hat sich in einem atemberaubenden Spiel mit 3:2 gegen Rot-Weiss Essen durchgesetzt und damit nicht nur drei äußerst wichtige Punkte im Aufstiegskampf geholt, sondern auch einen historischen Meilenstein erreicht. Es war der 100. Heimsieg der Kogge in der dritten Liga, ein Triumph, der die Mannschaft von Trainer Daniel Brinkmann im Aufstiegsrennen nach vorne katapultiert.
Elfmeter-Drama in der Schlussphase entscheidet die Partie
Die letzten Minuten des Spiels entwickelten sich zu purem Fußball-Theater. In der 84. Minute schien das Glück Hansa Rostock zunächst zu verlassen, als Rot-Weiss Essen nach einem umstrittenen Foul an der Strafraumkante einen Elfmeter zugesprochen bekam. Rios Alonso verwandelte souverän zum 2:2-Ausgleich, nachdem zuvor eine Hereingabe der Gäste klar im Seitenaus gewesen war, was jedoch weder Schiedsrichter Martin Wilke noch seine Assistenten erkannten.
Doch die Hansa-Spieler ließen sich nicht entmutigen. Nur zwei Minuten später drehten sie das Spiel erneut. Christian Kinsombi köpfte Michael Kostka an, was zu einem Handelfmeter führte. Der erst kurz zuvor eingewechselte Emil Holten übernahm die Verantwortung und schoss die Kogge mit einem kühlen Strafstoß zum 3:2-Sieg. Der 29-jährige Joker wurde damit zum unumstrittenen Matchwinner des Abends.
Brinkmanns Wagnis mit der Startelf zahlt sich aus
Trainer Daniel Brinkmann hatte vor dem Spiel angekündigt, dass die Begeisterung wieder überschwappen solle – und er setzte seine Worte in die Tat um. Nach der 0:1-Niederlage bei 1860 München eine Woche zuvor krempelte er seine Startelf komplett um. Fünf Spieler wurden ausgetauscht: Kenan Fatkic, Emil Holten, Jan Mejdr, Christian Kinsombi und Benno Dietze mussten auf die Bank.
Für sie rückten Jonas Dirkner, Nico Neidhart, Adrien Lebeau, Lukas Kunze und Maximilian Krauß in die Startformation. Ein mutiges Wagnis, das sich am Ende auszahlte und die Mannschaft zu einer überzeugenden Leistung führte.
Spannender Spielverlauf mit früher Führung
Das Spiel begann mit viel Kampf und taktischer Disziplin auf beiden Seiten. In der 32. Minute verpasste Hansa Rostock nur knapp die Führung, als Andreas Voglsammer nach einer perfekten Flanke von Adrien Lebeau den Kopfball nicht ins Tor bringen konnte. Im Gegenzug schoss Dickson Abiama von Rot-Weiss Essen den Ball nur Zentimeter am Pfosten vorbei.
Doch dann kam die Wende: In der 41. Minute erzielte Hansa Rostock die wichtige Führung durch ein Eigentor von Essen-Kapitän Michael Schultz, der den Ball unbedrängt ins eigene Netz schob, nachdem die Gäste die Kugel nicht aus dem Strafraum bekommen hatten.
Voglsammer trifft – Abiama antwortet sofort
Nach der Halbzeitpause nahm das Spiel deutlich an Fahrt auf. In der 61. Minute erhöhte Hansa Rostock auf 2:0, als Andreas Voglsammer einen krassen Stellungsfehler von Essens Torhüter Wienand ausnutzte und aus 30 Metern mit einem sehenswerten Linksschuss ins leere Tor traf.
Doch die Freude währte nur kurz. Bereits zwei Minuten später schlug Rot-Weiss Essen zurück: Dickson Abiama stand plötzlich völlig frei im Strafraum und traf mit einem präzisen Billard-Tor zum 2:1. Damit war die Bühne bereitet für die völlig verrückte Schlussphase, die schließlich mit dem besseren Ende für Hansa Rostock endete.
Die Mannen von der Ostsee bleiben mit diesem wichtigen Sieg im Aufstiegskampf der Dritten Liga voll im Rennen und konnten sich an Rot-Weiss Essen vorbeischieben. Spieler und Verantwortliche feierten den Dreier ausgelassen – ein verdienter Lohn für eine kämpferische Leistung und den unbändigen Willen, auch in schwierigen Momenten nicht aufzugeben.



