Es ist ein Nachmittag, der den Fans von Hansa Rostock tief unter die Haut geht. Nach 49 Minuten steht es 0:4, am Ende kassiert die Kogge eine schmerzhafte 2:5-Niederlage gegen Jahn Regensburg im eigenen Ostseestadion. Fünf Gegentreffer im Aufstiegskampf – so verspielt man seine Chance in der 2. Bundesliga.
Früher Schock und Platzverweis
Bereits in der 12. Minute brachte Oscar Schönfelder die Gäste in Führung. Hansa stand hinten unsortiert, Schönfelder traf ins linke untere Eck. Die Gastgeber hatten zwar viel Ballbesitz, aber kaum Gefahr. Lediglich Andreas Voglsammer kam nach einer Flanke von Jan Mejdr zu einem Abschluss (26.). Regensburg blieb zielstrebiger. In der 34. Minute umkurvte Jahn-Profi Oliveira einen Verteidiger und schloss ab, doch Keeper Benjamin Uphoff parierte noch. Kurz vor der Pause erhöhte Eric Hottmann aus kurzer Distanz auf 0:2 (43.).
Doch dann wurde es noch schlimmer: Hansa-Verteidiger Viktor Bergh blieb nach einem Foul auf Höhe der Mittellinie liegen, Schiedsrichter Lennart Kernchen ließ weiterspielen – und Hottmann schnürte den Doppelpack (45.+5.) zum 0:3. Fassungslosigkeit auf den Rängen. Hansa-Sportdirektor Amir Shapourzadeh verlor bereits während des Debakels am Spielfeldrand die Nerven und sah wegen Kritik am Schiedsrichter die Rote Karte (45.+6.). „Wer so eine erste Halbzeit spielt, hat nicht verdient zu gewinnen“, sagte Trainer Daniel Brinkmann nach der Partie.
Pfiffe und ein Hoffnungsschimmer
Direkt nach Wiederbeginn der nächste Nackenschlag: Keine vier Minuten waren gespielt, da staubte Hottmann zum 0:4 ab (49.). Die Fans im Ostseestadion quittierten die Leistung mit lauten Pfiffen. „Schwer in Worte zu fassen. Wir nehmen uns vor dem Spiel immer so viel vor und irgendwie bekommen wir es nie auf den Platz“, rang Innenverteidiger Florian Carstens um Worte.
Nach dem 0:4 zeigte Hansa immerhin Moral. Chris Kinsombi verkürzte mit einem Doppelpack auf 2:4 (51., 55.). Für einen Moment keimte Hoffnung auf. Doch in der 87. Minute schlug Eric Hottmann erneut zu – sein vierter Treffer besiegelte das 2:5. Totale Stille im Ostseestadion. Keine Aufstiegs-Euphorie mehr zu spüren. „Ich weiß gar nicht, wem ich jetzt am Sonntag die Daumen drücken soll“, sagte Uphoff mit Blick auf die Spiele der Konkurrenten.
Fehlender Top-Scorer
Der Tag begann bereits mit schlechten Nachrichten: Top-Scorer Emil Holten fehlte verletzt. Die Fußverletzung aus dem Spiel gegen Schweinfurt (0:0) in der Vorwoche verhinderte seinen Einsatz. Ohne ihn fehlte der Kogge die Durchschlagskraft.



