Hannover 96: Neue Saison, alte Probleme – große Sorgen um zwei Stars
Hannover 96: Neue Saison, alte Probleme – Sorgen um Stars

Hannover 96 startet mit großen Personalsorgen in die neue Saison der 2. Bundesliga. Zwei absolute Leistungsträger fallen voraussichtlich für mehrere Wochen oder sogar Monate aus. Dies bestätigte der Verein am Donnerstag.

Verletzungspech trifft Schlüsselspieler

Besonders schwer wiegt der Ausfall von Mittelfeldmotor Sebastian Ernst. Der 29-Jährige zog sich im Training einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Nach Angaben von Sportdirektor Marcus Mann wird Ernst „mindestens vier bis sechs Wochen“ fehlen. Ernst war in der vergangenen Saison mit sieben Toren und fünf Vorlagen einer der wichtigsten Offensivspieler.

Noch gravierender ist die Situation bei Innenverteidiger Julian Börner. Der Abwehrchef klagt über anhaltende Knieprobleme. Eine genaue Diagnose steht noch aus, doch Mann befürchtet: „Wir müssen uns auf eine längere Pause einstellen, möglicherweise mehrere Monate.“ Börner hatte bereits in der Vorbereitung gefehlt und musste operiert werden.

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Trainer Leitl vor Herausforderung

Cheftrainer Stefan Leitl steht damit vor einer kniffligen Aufgabe. Die Defensive war ohnehin eine Schwachstelle in der Vorsaison – 49 Gegentore in 34 Spielen waren zu viel. Ohne Börner fehlt die Organisation und Führung in der Abwehrkette. Leitl betonte: „Wir müssen jetzt als Team zusammenrücken. Die Jungs, die nachrücken, haben die Chance, sich zu zeigen.“

Hannover 96 hatte sich im Sommer mit fünf Neuzugängen verstärkt, darunter die Innenverteidiger Lukas Kübler und Timo Hübers. Doch beide sind noch nicht vollständig integriert. Kübler kam mit einer leichten Verletzung aus Freiburg und ist erst seit einer Woche im Training.

Alternative Aufstellungen gefordert

Leitl experimentierte bereits in Testspielen mit verschiedenen Formationen. Gegen den Drittligisten SV Meppen setzte er auf eine Dreierkette mit dem jungen Phil Neumann als zentralem Abwehrspieler. Das Experiment ging schief: 2:3 verloren, mit vielen individuellen Fehlern. „Das war ein Warnschuss“, analysierte Leitl. „Wir müssen stabiler stehen, sonst wird es schwer in der Liga.“

Im Mittelfeld muss Leitl ebenfalls umbauen. Mit Ernst fällt der kreative Kopf aus. Alternativen sind Neuzugang Max Besuschkow, der von Jahn Regensburg kam, und der 19-jährige Leon Damer, der aus der eigenen Jugend stammt. Damer überzeugte in der Vorbereitung und könnte zum Überraschungsspieler werden.

Ziele für die Saison

Hannover 96 hatte sich nach dem knappen Klassenerhalt im Vorjahr (Platz 13) eine ruhigere Saison gewünscht. Sportdirektor Mann nannte als Ziel „einstelliger Tabellenplatz, möglichst unter die ersten acht“. Die Verletzungen machen das Vorhaben jedoch deutlich schwieriger. Der Kader ist nicht allzu breit aufgestellt, und die Abhängigkeit von wenigen Leistungsträgern ist groß.

Die Fans zeigen sich besorgt. In sozialen Netzwerken wird diskutiert, ob der Verein auf dem Transfermarkt noch einmal nachlegen muss. Manager Mann winkte ab: „Wir beobachten den Markt, aber wir werden keine Panikkäufe tätigen. Wir vertrauen dem Kader.“

Startprogramm mit Hürden

Der Saisonauftakt hat es in sich: Am ersten Spieltag geht es gegen den Aufstiegsfavoriten Hamburger SV, gefolgt von Spielen gegen den 1. FC Kaiserslautern und den SC Paderborn. Ohne Ernst und Börner droht ein Fehlstart. Leitl versucht, die Mannschaft mental zu stärken: „Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir auch Rückschläge wegstecken können. Jetzt müssen wir uns neu erfinden.“

Bis zum Saisonstart am 28. Juli bleibt noch Zeit, aber die Sorgenfalten bei den Verantwortlichen sind tief. Hannover 96 geht mit großen Fragezeichen in die neue Spielzeit – und mit der Hoffnung, dass die Verletzten schneller zurückkehren als befürchtet.

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